+
Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den nach Betreiberangaben größten kommerziellen Batteriepark in Europa.

Wichtiger Schritt zur Energiewende

Super-Batterie am Stromnetz

Schwerin - Eine gigantische Batterie ist in Schwerin in Betrieb gegangen. Sie soll zur erfolgreichen Energiewende beitragen: Mit dem Riesen-Akku soll es möglich sein, Öko-Strom zu speichern und witterungsunabhängig zu machen.

Sauberer Strom aus Wind und Sonne ist wetterabhängig und fließt nicht regelmäßig - deshalb wird an großen Speichern gearbeitet. Der größte Super-Akku Europas ist nach Betreiberangaben am Dienstag in Schwerin ans Stromnetz gegangen. Er soll zum Erfolg der Energiewende beitragen. Mit Hilfe von 25 000 Lithium-Ionen-Akkus sollen in kürzester Zeit Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen und somit die Stromversorgung gesichert werden, teilte der kommunale Energieversorger Wemag als Investor und Betreiber mit. Beim Start war auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) dabei.

Der Bund förderte das rund 6 Millionen Euro teure Projekt in Schwerin mit 1,3 Millionen Euro. Der Batteriepark mit einer Gesamtleistung von fünf Megawatt ersetze bei der Sicherung der Netzstabilität eine 50-Megawatt-Gasturbine. Gabriel hob hervor, dass der Batteriespeicher ohne weitere staatliche Subventionen betrieben werde. „Die Energiewende muss gelingen, ohne dass sie permanent neue Kostensteigerungen auslöst“, sagte Gabriel. Der Batteriespeicher in Schwerin leiste einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Netzstabilität im Sekundenbereich.

„Die Energieversorgung in Deutschland hat sich geändert. Mit der zunehmenden Einspeisung von witterungsabhängigem Ökostrom aus dezentralen Solar- und Windparks wird der Regelungsbedarf im Netz höher. Mit diesem kraftwerksunabhängigen Speicher sind wir gemeinsam mit unserem Partner Younicos Vorreiter“, erklärte Wemag-Vorstand Thomas Pätzold.

Für die Entwicklung neuer Systeme zur längerfristigen Speicherung überschüssigen Ökostroms sei aber noch ausreichend Zeit, sagte Gabriel. „Vieles klingt logisch. Aber es gibt auch die Sorge um kostenträchtige Entwicklungen und hohe Subventionen“, sagte der Minister. Der Bund unterstütze daher Forschungsprojekte zur Umwandlung von Strom zu Gas oder Wärme. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) erklärte, moderne Akkus und andere Speichertechnologien könnten bei der Gewährleistung der Versorgungssicherheit die Aufgaben von Kohle- und Gaskraftwerke übernehmen. Dies sei ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, weil weniger fossile Brennstoffe verfeuert werden müssten und so weniger CO2 anfalle.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Opec beschließt Fördergrenze - Ölpreise sollen steigen

Algier/New York - Der Ölpreis ist im Keller, den Verbraucher freut es. Doch die Förderländer kämpfen mit massiven Einnahmeausfällen. Jetzt einigt sich die Opec auf eine …
Opec beschließt Fördergrenze - Ölpreise sollen steigen

Ferien-Airline Tuifly: So geht es weiter

Hannover - Der Umbau der hoch verschuldeten Air Berlin bringt auch bei anderen Fluggesellschaft Veränderungen mit sich. Nach tagelanger Ungewissheit haben die …
Ferien-Airline Tuifly: So geht es weiter

Boehringer will knapp 900 Stellen abbauen

Ingelheim (dpa) - Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will in den kommenden Jahren knapp 900 Stellen in der Medikamentenproduktion abbauen.
Boehringer will knapp 900 Stellen abbauen

Deutsche Bank erreicht deutliche Straf-Senkung

Frankfurt - Große Erleichterung an der Börse: Die Deutsche Bank hat sich einem Bericht zufolge mit der US-Justiz über eine deutliche Absenkung ihrer Strafzahlung in den …
Deutsche Bank erreicht deutliche Straf-Senkung

Kommentare