+
Ein Toyota-Händler in Kamp-Lintfort (NRW). Toyota ruft 1,8 Millionen Fahrzeuge in Europa zurück.

Toyota ruft 1,8 Millionen Fahrzeuge in Europa zurück

Köln - Der Rückruf von Millionen Toyotas hat Europa erreicht: Der japanische Autobauer muss auch hier bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge wegen Problemen mit klemmenden Gaspedalen in die Werkstätten holen. Diese Modelle sind betroffen:

“Zwar war unser Treffen mit Toyota gestern hilfreich, doch es bleiben Fragen“, ergänzte der Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses, Bart Stupak. “Vorfälle mit klemmenden Gaspedalen bei Toyota-Autos ziehen sich über eine Dekade hin und haben zu einer unverhältnismäßig hohen Anzahl an Toten geführt.“ Die Anhörung ist für den 25. Februar angesetzt. Dabei soll vor allem geklärt werden, seit wann Toyota von den Problemen wusste.Wie viele Wagen in Deutschland betroffen sind, konnte ein Sprecher von Toyota Deutschland am Freitag zunächst nicht sagen. Betroffen sind unterschiedliche Baujahre der Modelle AYGO, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4.

Die 15 größten Autobauer der Welt

Die 15 größten Autobauer der Welt

Die Halter betroffener Fahrzeuge in Deutschland bekommen in den nächsten Tagen einen Brief des Kraftfahrtbundesamtes, in dem sie über den Rückruf informiert und gebeten würden, eine Toyota-Werkstatt aufzusuchen. Dort werde das Gaspedal repariert oder ausgetauscht, hieß es.

Das Problem mit den Pedalen entwickelt sich für den weltgrößten Autobauer zu einem außerordentlichen Debakel. In der vergangenen Woche hatte Toyota einräumen müssen, dass in 2,3 Millionen amerikanischen Autos Gaspedale in der durchgetretenen Stellung festhängen bleiben können. Daraufhin stoppte das Unternehmen den Verkauf der betroffenen Modelle in den USA.

Mittlerweile hat der Konzern den Grund für die Probleme gefunden und arbeitet mit dem Zulieferer CTS an einer Lösung, um die Reparatur zügig zu bewerkstelligen. Für Autos, die gerade produziert werden, stehen bereits modifizierte Gaspedale zur Verfügung.

Toyotas einst so glänzendes Image ist im Moment ziemlich angekratzt: Am Mittwoch musste der Autobauer auch noch eine frühere Rückrufaktion auf weitere 1,1 Millionen Fahrzeuge ausweiten. Fußmatten drohen sich derart mit den Pedalen zu verkeilen, dass der Wagen unkontrolliert beschleunigt. Wegen dieses Problems hatte Toyota bereits im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Autos zurückgerufen.

Die schönsten Girls der Auto-Show in Detroit

Die schönsten Girls der Auto-Show in Detroit

In den USA wird sich Toyota wegen der Probleme vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses verantworten. “Genauso wie viele Kunden bin ich besorgt über die Schwere und den Umfang der jüngsten Rückruf- Ankündigungen von Toyota“, sagte der Vorsitzende des Energie- und Handelsausschusses, Henry Waxman. Er wolle mehr über die Hintergründe der Defekte erfahren und wie Toyota damit umgehe.

Nach Angaben des Ausschusses, der sich auf Daten der US-Behörde für Straßensicherheit beruft, sollen bereits 19 Menschen durch unvermitteltes Beschleunigen in Toyota-Autos ihr Leben verloren haben - mehr als doppelt so viele wie bei allen anderen Herstellern zusammen. Japanische Politiker fürchten bereits, dass die gesamte Autoindustrie des Landes Schaden nimmt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ronald Pofalla wird Bahn-Vorstand für Infrastruktur

Berlin (dpa) - Ronald Pofalla wird zum 1. Januar 2017 bei der Deutschen Bahn Vorstand für Infrastruktur. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Aufsichtsratskreisen.
Ronald Pofalla wird Bahn-Vorstand für Infrastruktur

Arbeitskosten in Deutschland steigen stärker als in der EU

Wiesbaden (dpa) - Die Arbeitskosten sind in Deutschland erneut stärker gestiegen als im Schnitt der Europäischen Union.
Arbeitskosten in Deutschland steigen stärker als in der EU

Italien-Chaos und aufgeblähte Börsen: Wie gefährlich ist das?

München - Das ungewöhnliche Ende eines ungewöhnlichen Jahres! Während in Italien das politische Chaos droht, schwingt sich der Dax zu neuen Höhen auf. Wie passen die …
Italien-Chaos und aufgeblähte Börsen: Wie gefährlich ist das?

Bundesbank: Stabiler Aufschwung setzt sich fort

Frankfurt/Main (dpa) - Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft trotz gestiegener politischer Unsicherheiten rund um den Globus weiter im Aufwind.
Bundesbank: Stabiler Aufschwung setzt sich fort

Kommentare