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Der Bonus soll mit dem Mai-Entgelt fließen. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Eine alternative Prämie

Trotz Abgas-Skandals: VW gewährt Tarifbelegschaft Bonus

Wolfsburg - Die fetten Jahre sind vorbei - so sah es für die 120.000 Mitarbeiter im VW-Haustarif aus - angesichts der verlustbringenden Diesel-Affäre. Denn ohne Gewinn bekommen sie auch keine Gewinnbeteiligung. Doch nun folgt mehr als ein Hoffnungsschimmer: es gib eine alternative Prämie.

VW zahlt seinen 120.000 Mitarbeitern im Haustarif trotz der milliardenschweren Belastungen aus der Abgas-Affäre auch für das Jahr 2015 einen Bonus. Der Konzern-Vorstandschef Matthias Müller und der Betriebsratsboss Bernd Osterloh einigten sich auf eine "Anerkennungsprämie".

Deren genaue Summe steht jedoch noch nicht fest. Das geht aus der zur heutigen Frühschicht verteilten Mitarbeiterzeitschrift "Mitbestimmen" hervor, von deren Inhalt die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Der Haustarifvertrag sichert eine Gewinnbeteiligung bei der Kernmarke VW-Pkw. Doch die steckt wegen Rückstellungen für die Abgas-Affäre derzeit tief in den roten Zahlen.

Osterloh und Müller begründen die alternative Anerkennungsprämie mit einer herausragenden Leistung voll Mehrarbeit und Sonderschichten an den Standorten, aber auch mit dem Einstehen der Belegschaft für ihren Arbeitgeber in den schwierigen Zeiten des weltweiten Abgas-Skandals.

Zur Summe der Prämie sagte Osterloh: "Über die konkrete Höhe müssen wir uns in weiteren Gesprächen verständigen." Der Bonus soll mit dem Mai-Entgelt 2016 fließen. Zuletzt vor rund einem Jahr hatte es mit der regulären Erfolgsbeteiligung für 2014 pro Kopf 5900 Euro gegeben.

Der Haustarif gilt für die sechs westdeutschen Werke Emden, Hannover, Salzgitter, Braunschweig, Wolfsburg und Kassel sowie für die VW-Bank.

Osterloh berichtet in der Zeitschrift: "Matthias Müller und ich sind uns einig, dass die Belegschaften an den VW-Standorten in 2015 eine herausragende Leistung erbracht haben. Sonderschichten und Mehrarbeit haben einmal mehr das Bild geprägt. Und auch angesichts von "Dieselgate" steht die Belegschaft zu ihrem Unternehmen."

In der "Mitbestimmen", die etwa an den Eingängen der Werke ausliegt, betont Müller: "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Volkswagen haben im vergangenen Jahr eine sehr gute Mannschaftsleistung gebracht. Mindestens ebenso wichtig ist: Sie bringen ihren Einsatz für das Unternehmen auch in schwieriger Zeit. Ich bin deshalb überzeugt, dass sich Vorstand und Betriebsrat auf eine Prämie einigen werden, die diese Leistung anerkennt."

Für 2011 hatte es pro Kopf den Bonus-Rekord von 7500 Euro gegeben, dann schmolz die Beteiligung auf zuletzt 5900 Euro für 2014. Da die Zahl der Belegschaft aber kontinuierlich wuchs, blieb die Gesamtsumme der Boni zuletzt weitgehend konstant.

Osterloh gab mit Blick auf die Anerkennungsprämie zu bedenken, wie wichtig die Motivation der Belegschaft sei: "Wir müssen die Kräfte jetzt bündeln. Bei der Aufklärung von "Dieselgate" werden wir weiter konsequent vorgehen. Alles kommt auf den Tisch." Zudem stünden große Aufgaben an in der Produktion, etwa der Anlauf des neuen VW-Tiguan. Das Erfolgsmodell gilt als wichtige Ertragssäule der Pkw-Kernmarke.

Darüber hinaus stehe die Teamleistung bei Volkswagen vor einer großen Prüfung, die über den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit der Zukunft entscheide: Elektromobilität und Digitalisierung verlangten Einsatz.

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dpa

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