Trotz Kritik aus der Politik:

Russischer Oligarch übernimmt RWE Dea

Hamburg/Essen  - Trotz Kritik deutscher Politiker wegen der Abhängigkeit von russischen Lieferungen hat der Energiekonzern RWE seine Öl- und Gasfördertochter RWE Dea an den Oligarchen Michail Fridman verkauft.

Der Vertrag sei am Freitag unterzeichnet worden, teilten RWE und die Gruppe LetterOne in Essen mit. Der Wert von RWE Dea liege bei rund 5,1 Milliarden Euro. Darin enthalten seien 600 Millionen Euro an Verbindlichkeiten, die der Käufer der RWE-Tochter mit Sitz in Hamburg übernehme.

Grünen-Parteichefin Simone Peter forderte die Bundesregierung auf, den Milliarden-Deal zu stoppen. „Der Verkauf der RWE-Tochter Dea an russische Eigentümer geht gerade in die völlig falsche Richtung“, kritisierte sie in der „Welt am Sonntag“. Der RWE-Aufsichtsrat und Behörden in mehreren Ländern müssen der Übernahme noch zustimmen. Die Transaktion soll laut RWE noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Aktionärsschützer begrüßen das Geschäft

Auch aus der Union war Kritik an dem Geschäft gekommen. Die Bundesregierung hatte mitgeteilt, dass sie durch den geplanten Verkauf zwar keinerlei Einschränkungen der Versorgungssicherheit erwarte. Dennoch behalte sie sich eine Prüfung vor, hieß es. Aktionärsschützer und Analysten begrüßten unterdessen das Geschäft.

RWE-Chef Peter Terium sprach von einer sehr guten Lösung. LetterOne sei ein verlässlicher Partner. Fridman erklärte: „Als verantwortungsvoller Investor wollen wir internationales Wachstum fördern und so die Leistungsfähigkeit von Dea stärken.“ Vorstand und Betriebsrat von RWE Dea begrüßten die Entwicklung nach Angaben von Vorstandschef Thomas Rappuhn ebenfalls.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rekordtief beim Milchpreis: Bauern fordern Nothilfe

Berlin - Ein Liter Milch für unter 20 Cent: Solche Tiefstpreise lassen deutsche Milchbauern um ihre Existenz bangen. Sie fordern schnelle Nothilfe.
Rekordtief beim Milchpreis: Bauern fordern Nothilfe

DGB-Chef: Brexit wird der deutschen Wirtschaft schaden

Frankfurt/Main - Das "Nein" der Briten zur EU alarmiert den Deutschen Gewerkschaftsbund: DGB-Chef Hoffmann rechnet mit wirtschaftlichen Schäden für Deutschland.
DGB-Chef: Brexit wird der deutschen Wirtschaft schaden

Brexit-Votum: Auch an der Wall Street brechen die Kurse ein

New York - Die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, schockt auch die Anleger in den USA: Die Wall Street ist am Freitag im Minus gestartet.
Brexit-Votum: Auch an der Wall Street brechen die Kurse ein

Euro und Pfund nach Brexit-Referendum abgestürzt

Frankfurt/Main (dpa) - Die Entscheidung der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union hat zu heftigen Turbulenzen am Devisenmarkt geführt. Der Eurokurs gab am …
Euro und Pfund nach Brexit-Referendum abgestürzt

Kommentare