Fraport konnte trotz der zehn Streikwellen der Lufthansa-Piloten im Jahr 2014 Umsatz und Gewinn steigern. Foto: Frank Rumpenhorst
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Fraport konnte trotz der zehn Streikwellen der Lufthansa-Piloten im Jahr 2014 Umsatz und Gewinn steigern. Foto: Frank Rumpenhorst

Trotz Streiks: Fraport rechnet 2015 in Frankfurt mit mehr Passagieren

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport kämpft mit den Folgen der Streiks beim Hauptkunden Lufthansa. Trotz zahlreicher Ausfälle steigt die Zahl der Passagiere aber immer weiter. Die Infrastruktur reicht bald nicht mehr aus.

Frankfurt/Main (dpa) - Trotz anhaltender Streiks der Lufthansa-Piloten rechnet der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport in diesem Jahr erneut mit mehr Fluggästen.

Die Zahl der Passagiere an Deutschlands größtem Luftverkehrs-Drehkreuz dürfte 2015 um zwei bis drei Prozent zulegen, kündigte Vorstandschef Stefan Schulte am Donnerstag bei Vorlage der Jahresbilanz an. An den Auslandsflughäfen des Konzerns wie in Antalya (Türkei) und in Lima (Peru) soll das Wachstum stärker ausfallen.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Fluggäste in Frankfurt trotz vieler Streiks bei der Lufthansa um 2,6 Prozent auf 59,6 Millionen gestiegen. Ohne Streiks hätte laut Fraport ein Wachstum von um die 4 Prozent erzielt werden können. "Wegen der Streiks sind uns mindestens 500 000 Passagiere verloren gegangen", sagte Schulte.

Umsatzrückgänge verzeichnete das Unternehmen beim Einzelhandel in den Terminals. Pro Passagier blieben im vergangenen Jahr nur noch 3,43 Euro bei der Fraport hängen, die für die Läden eine umsatzabhängige Miete kassiert. 2013 konnten pro Passagier noch 3,60 Euro eingenommen werden.

Als Gründe nannte Schulte die schwache Entwicklung der russischen und der japanischen Währung im Vergleich zum Euro. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres habe sich aber ein positiver Effekt des abgeschwächten Euros gezeigt.

Auf Schwierigkeiten stößt Fraport bei der geplanten Übernahme von 14 griechischen Regionalflughäfen außerhalb Athens. Man gehe weiter davon aus, dass die griechische Regierung den Prozess entsprechend der rechtlichen Lage fortsetzen werde, erklärte Schulte. Verzögerungen seien aber nicht ausgeschlossen. "Alles Weitere werden wir abwarten müssen."  

Der MDax-Konzern hatte seine Geschäftszahlen für 2014 schon vorab bekanntgegeben. Danach konnte Fraport trotz der zehn Streikwellen der Lufthansa-Piloten im Jahr 2014 Umsatz und Gewinn steigern. Der Umsatz legte um 0,8 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. In diesem Jahr soll er auf bis zu 2,6 Milliarden steigen. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs um knapp acht Prozent auf rund 790 Millionen Euro. Unter dem Strich kletterte der Überschuss um fast sieben Prozent auf 252 Millionen Euro. Hier sind laut Schulte in diesem Jahr zwischen 265 und 285 Millionen Euro drin.

Die Fraport-Aktionäre mit dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt an der Spitze können sich auf eine höhere Dividende freuen. Sie soll für 2014 um 10 Cent auf 1,35 Euro je Anteilsschein steigen.

Mitteilung Fraport

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