Fahrdienst-Anbieter entschuldigt sich

Uber: Preiserhöhungen bei Geiselnahme "blamabel"

Sydney - Während der Geiselnahme von Sydney hatte der Fahrdienstanbieter Uber seine Preise in der Stadt drastisch erhöht. Angeblich wollte man aber gar nicht Kapital aus der Situation schlagen.

Der Online-Dienst erklärte am Mittwoch reumütig, es tue dem Unternehmen "wirklich leid", dass während des 16-stündigen Ausnahmezustands im Zentrum der australischen Metropole die Fahrgastpreise erhöht worden seien. Nach den Geschäftsbedingungen steigen bei Uber die Preise in Spitzenzeiten.

Als die Polizei während der Geiselnahme in der vergangenen Woche das Stadtzentrum von Sydney abriegelte, kam es zu einer sprunghaft erhöhten Nachfrage: Berichten zufolge kassierte Uber von Kunden, die aus der belagerten Innenstadt wegkommen wollten, das Vierfache des üblichen Preises.

Im Online-Dienst Twitter empörten sich Kunden über das Firmenverhalten, das sie "beschämend" und eine "Blamage" nannten.

Uber habe es versäumt, den Preismechanismus sofort zu stoppen, erklärte das Unternehmen zerknirscht. "Das war die falsche Entscheidung." Es sei der "unglückliche" Eindruck entstanden, dass Uber gegen das öffentliche Interesse gehandelt habe. "Das haben wir nicht beabsichtigt. Wir werden aus diesem Vorfall lernen und aus uns als Ergebnis dieser Lektion verbessern."

Ein iranischer Islamist hatte am Montag vergangener Woche in einem Café im Zentrum Sydneys 17 Menschen in seine Gewalt gebracht. Nach 16 Stunden stürmte die Polizei das Lokal. Zwei Geiseln und der Täter kamen ums Leben.

Terroralarm nach Geiselnahme in Sydney

Terroralarm nach Geiselnahme in Sydney

Die 2009 in San Francisco in den USA gegründete Firma Uber vermittelt unter anderem mit Hilfe einer Smartphone-App Fahrgäste an private Fahrer, die für ihre Dienste in der Regel weniger verlangen als Taxis. Der Dienst ist in vielen Ländern umstritten. So geht die südkoreanische Staatsanwaltschaft nach Angaben vom Mittwoch gegen Uber-Chef Travis Kalanick und Ubers lokalen Partner wegen des Betriebs eines illegalen Taxi-Dienstes vor.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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