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Die Schweizer Großbank UBS.

Um Streit beizulegen

UBS zahlt deutschem Fiskus 300 Millionen Euro

Berlin/Bern - Um einen Streit wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beizulegen, wird die Schweizer Großbank UBS dem deutschen Fiskus 300 Millionen Euro zahlen.

Im Streit um den Vorwurf der Beihilfe zur Steuerhinterziehung hat sich die Schweizer Großbank UBS mit den deutschen Behörden auf ein Millionen-Bußgeld geeinigt. Gegen Zahlung von 300 Millionen Euro soll das Verfahren in Deutschland eingestellt werden. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat beim Landgericht einen entsprechenden Antrag gestellt, wie eine Sprecherin am Dienstag bestätigte. Folgt das Gericht dem Antrag, ist das Verfahren formal abgeschlossen. Mit dem Ende des Rechtsstreits kann die UBS eine weitere juristische Baustelle schließen. Die Einigung in Deutschland ermögliche es der Bank, auf dem wichtigen Markt nach vorne zu blicken, hieß es in einer Mitteilung des Instituts.

Die Ermittlungen der Staatsanwalt Bochum waren 2012 durch Informationen auf einer vom Land Nordrhein-Westfalen gekauften Daten-CD ausgelöst worden. Allerdings sind damit noch nicht alle rechtlichen Baustellen des Konzerns erledigt.

UBS soll eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen

Nach Angaben der Bochumer Staatsanwaltschaft sollen auch die Verfahren gegen die beschuldigten Mitarbeiter der Bank gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt werden. In einem Fall hätten die Ermittler bereits eine Zahlung von 250.000 Euro beantragt, sagte die Sprecherin weiter. Auch hier müsse zunächst das Gericht zustimmen. „Weitere Anträge werden zeitnah folgen.“

Mittlerweile hätten 95 Prozent aller deutschen Kunden der UBS einen „Nachweis über die steuerliche Offenlegung“ erbracht, erklärte die Großbank am Dienstag weiter. „Die UBS ist weiterhin bestrebt, zum Ende des Jahres 2014 einen Wert von 100 Prozent zu erreichen“, heißt es in der Mitteilung.

Verfahren wegen mutmaßlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen die UBS laufen noch in Belgien und Frankreich. Die Pariser Ermittler streben nicht nur eine Anklage wegen illegaler Anwerbung von Kunden, sondern auch wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung an. Bis zur Klärung der Vorwürfe soll die UBS eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen.

UBS profitiert weiter von ihrem radikalen Kurswechsel

Die Bank bezeichnete dies als „beispiellos und ungerechtfertigt“. Man erachte sowohl die rechtliche Grundlage für den Betrag als auch die Berechnungsmethode für grundlegend mangelhaft und werde gegen die Forderung in Berufung gehen, hatte die UBS bereits vor einer Woche erklärt.

Im zweiten Quartal profitierte die UBS weiter von ihrem radikalen Kurswechsel nach der Finanzkrise: Das operative Geschäft war zwar wegen der Zurückhaltung der Kunden eher mau, am Ende kletterte der Überschuss dennoch um 15 Prozent auf 792 Millionen Franken (652 Millionen Euro), wie die Bank am Dienstag weiter mitteilte. Damit schnitt die Bank besser ab als Experten erwartet hatten. Am Aktienmarkt wurden die Nachrichten aber verhalten aufgenommen - das UBS-Papier drehte nach anfänglichen Kursgewinnen schnell ins Minus.

UBS-Chef Sergio Ermotti blickte wegen der Unsicherheiten an den Märkten und den derzeitigen Krisen wie etwa in Nahen Osten oder in der Ukraine mit Vorsicht auf den Rest des Jahres. Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht aufhellen, seien Ergebnisverbesserungen unwahrscheinlich.

AFP/dpa

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