Droht ein neuer Streik? Das neue Angebot der Lufthansa sei ein Rückschritt, erklärte Ufo in Mörfelden-Walldorf. Foto: Sven Hoppe
+
Droht ein neuer Streik? Das neue Angebot der Lufthansa sei ein Rückschritt, erklärte Ufo in Mörfelden-Walldorf. Foto: Sven Hoppe

Rückschritt anstatt Fortschritt

Ufo droht Lufthansa mit Streiks

Frankfurt/Main - Passagiere der Lufthansa müssen sich im Sommer erneut auf Streiks gefasst machen. Im Tarifkonflikt mit dem Kabinenpersonal droht die Schlichtung zu scheitern.

Zu Beginn der Sommerreisezeit steht bei der Lufthansa ein weiterer Streik ins Haus: Im Tarifkonflikt mit den rund 19 000 Flugbegleitern sieht die Gewerkschaft Ufo kaum noch eine Chance für eine erfolgreiche Schlichtung und droht dem Unternehmen schon Ende Juni mit Arbeitskämpfen.

Zwar hatte die Lufthansa Ufo und den Schlichtern am Donnerstag ein „deutlich verbessertes Angebot“ zugesandt, wie die Fluggesellschaft am Freitag in Frankfurt mitteilte: „Wir wollen die Gespräche fortsetzen und im Rahmen der Schlichtung zu einer gemeinsamen Lösung kommen.“

Doch die Kabinengewerkschaft wies die Offerte umgehend als „Rückschritt“ zurück. „Lufthansa hat [...] eine Zusatzforderung aufgestellt, welche die Versorgung in Summe für alle Mitarbeiter kürzen und die Einkommen und Arbeitsbedingungen für das Kabinenpersonal weiter drastisch absenken soll“, erklärte Ufo am Freitag in Mörfelden-Walldorf.

Die Gewerkschaft werde nun die Empfehlung der Schlichter Herta Däubler-Gmelin und Friedrich Merz am 20. Juni abwarten und stehe dem Lufthansa-Vorstand bis dahin für ernsthafte Gespräche jederzeit zur Verfügung. Viel Hoffnung hat Ufo-Chef Nicoley Baublies aber nicht: „Sollte sich keine drastische Gesamtveränderung einstellen, geht die Gewerkschaft davon aus, dass danach Arbeitskämpfe in der Kabine notwendig sind.“

Die Schlichtung werde unter den derzeitigen Voraussetzungen „aller Wahrscheinlichkeit nach“ ohne Lösung beendet werden. Baublies wirft dem Konzernvorstand vor, Zusagen ohne Rücksprache zu brechen, an einer friedlichen Lösung nicht interessiert und auf Gesprächsvorschläge der Gewerkschaft nicht eingegangen zu sein.

Ufo hatte die Schlichtungsgespräche zur Alters- und Übergangsversorgung des Lufthansa-Kabinenpersonals nach sechs Runden für gescheitert erklärt und einen abschließenden Spruch von den Schlichtern verlangt. Zur Begründung hieß es, Lufthansa habe in den Gesprächen unter anderem über die Gehälter und die Betriebsrenten „ausschließlich Beton angerührt“.

Die Schlichter setzten daraufhin eine Nachfrist, in der Lufthansa und Ufo ihre Positionen nachbessern konnten. Die Frist endete am Freitag (12. Juni) um 12.00 mittags. Nun wird bis zum 20. Juni eine Schlichtungsempfehlung erwartet. Baublies warnte: „Wir meinen es ernst.“ Ufo sage dem Konzernvorstand nun letztmalig, dass er sich nicht wegducken könne: „Sonst müssen andere Kräfte walten.“

dpa

Meistgelesene Artikel

Brexit brächte deutscher Wirtschaft Milliardenverluste

Berlin - Durch einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union würden deutsche Exporteure im Zeitraum bis 2019 Einbußen in einer Größenordnung von 6,8 …
Brexit brächte deutscher Wirtschaft Milliardenverluste

Schäuble: Niemand will Bargeld abschaffen

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Befürchtungen vor einer angeblichen Bargeldabschaffung in Deutschland als grundlos zurückgewiesen.
Schäuble: Niemand will Bargeld abschaffen

Zweifel an Flughafen-Eröffnung bis Ende 2017 wachsen

Berlin - Eigentlich sollte die Genehmigung für einen Teil des Umbaus der Entrauchungsanlage des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin-Schönefeld bis Ende April da sein. …
Zweifel an Flughafen-Eröffnung bis Ende 2017 wachsen

Bayerischer Minister will eine Milliarde für Milchbauern

Passau - Angesichts der schweren Krise der Milchbauern in Europa fordert Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) von der EU eine Milliarde Euro Soforthilfe …
Bayerischer Minister will eine Milliarde für Milchbauern

Kommentare