+
In Deutschland Bundesweit beschäftigt der IT-Konzern Hewlett-Packard etwa 9000 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten. Foto: Daniel Naupold/Archiv

Plan wird bis 2016 umgesetzt

Umbau: HP will bis zu 1500 Stellen auslagern

Böblingen - Die Unruhe bei Hewlett-Packard reißt nicht ab. Jetzt will der IT-Konzern im Zuge seines weltweiten Stellenabbaus auch in Deutschland Arbeitsplätze auslagern. Noch ist nicht klar, an wen.

Der Computer-Riese Hewlett-Packard will in Deutschland nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 1000 bis 1500 Stellen an andere IT-Dienstleister auslagern.

Betroffen sei der Bereich Enterprise Services in Deutschland, der sich mit IT-Outsourcing, Beratung und dem IT-Projektgeschäft befasst, bestätigte ein Firmensprecher auf Anfrage. Der Konzern hat am Mittwoch die Mitarbeiter über die Pläne informiert. Sie sollen bis zum 1. Juli 2016 umgesetzt werden.

HP wolle mit anderen Firmen einen Lieferverbund für Outsourcing gründen, um flexibler auf Kundenwünsche reagieren zu können. Mit welchen Firmen der Konzern zusammen arbeiten wird und wie die Auslagerung aussieht, sei noch nicht entschieden. Darüber will der Konzern in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat beraten. "Wir suchen nach Dienstleistern, die für uns einen Teil der Lieferkette übernehmen können", sagte der Sprecher.

Ein Sprecher der IG Metall kritisierte das Vorgehen. "Das ist ein falsches Signal in den Markt und für die Beschäftigten", sagte er. Angesichts der Herausforderung im Zuge der wachsenden Digitalisierung, bräuchten die Kunden von HP Verlässlichkeit. "Verunsicherung ist Gift für Innovation." Der Konzern sollte seine Energie angesichts der Chancen im wachsenden deutschen IT-Markt nicht auf die Verlagerung von Arbeitsplätzen verschwenden.

Die Branche klagt über Fachkräftemangel. In Deutschland sind im Schnitt rund 40 000 Stellen in der IT-Branche nicht besetzt.

Die IG Metall wolle sich für einen Restrukturierungs-Tarifvertrag stark machen, in denen unter anderem der Übergang der Beschäftigten geregelt sein soll, sagte der Sprecher weiter. Bevor überhaupt Verhandlungen aufgenommen würden, müssten allerdings die Pläne der Geschäftsführung klar umrissen werden.

Bundesweit beschäftigt HP noch etwa 9000 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten. Das Vorhaben stehe in Einklang mit der globalen Strategie von HP, sagte der Sprecher. Im Zuge seiner Aufspaltung will der IT-Konzern noch einmal bis zu 30 000 weitere Arbeitsplätze weltweit streichen. Der kalifornische Computerkonzern, der einst das Silicon Valley südlich von San Francisco begründete, teilt sich zum 1. November auf. Das Geschäft mit PCs und Druckern wird von den Dienstleistungen für Unternehmen abgetrennt, um den einzelnen Sparten zu mehr Wachstum zu verhelfen. Das hatte der Konzern Mitte September angekündigt. HP ist gerade dabei, einen bereits 2012 eingeleiteten Abbau von 55 000 Arbeitsplätzen abzuschließen. Zuletzt hatte HP gut 300 000 Beschäftigte.

Mitteilung von Hewlett-Packard

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EU-Verfahren gegen Deutschland im Abgas-Skandal

Was wusste die Aufsichtsbehörden? Haben sie vielleicht sogar weggeschaut? Wegen des VW-Abgasskandals soll sich Deutschland einem Verfahren stellen. Neuer Streit zwischen …
EU-Verfahren gegen Deutschland im Abgas-Skandal

Ex-Drogeriemarktkönig Anton Schlecker muss vor Gericht

Das Aus der Drogeriemarktkette Schlecker war eine der spektakulärsten Pleiten der deutschen Handelsgeschichte. Nun steht fest: Anton Schlecker muss auf die Anklagebank.
Ex-Drogeriemarktkönig Anton Schlecker muss vor Gericht

Millionenstrafe für Pfizer wegen überhöhter Preise

Der US-Pharmamulti Pfizer soll in Großbritannien Strafgeld zahlen. Der Vorwurf: plötzlich gestiegene Preise bei einem wichtigen Medikament für Epileptiker. Der Konzern …
Millionenstrafe für Pfizer wegen überhöhter Preise

„Die EZB schafft die Grundlage für die nächste Krise“

München - Am Donnerstag tagt in Frankfurt der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) und entscheidet über die weitere Ausrichtung der Geldpolitik. Wir sprachen mit dem …
„Die EZB schafft die Grundlage für die nächste Krise“

Kommentare