US-Branchenführer JPMorgan Chase macht glänzende Geschäfte. Foto: Justin Lane/Archiv
+
US-Branchenführer JPMorgan Chase macht glänzende Geschäfte. Foto: Justin Lane/Archiv

Amerikas Geldhäuser in der Spur

US-Großbanken scheffeln Milliarden

Charlotte/San Francisco - Bank of America, Wells Fargo und Branchenführer JPMorgan haben die Berichtssaison der US-Banken mit Milliardengewinnen eröffnet. Die Altlasten der Finanzkrise scheinen abgehakt. Doch im Tagesgeschäft lief es zuletzt nicht bei allen rund.

Trotz Ungewissheit über die Geldpolitik und Einbußen im Handelsgeschäft verdient die Bank of America Milliarden, wie die heute vorgelegten Quartalsergebnisse zeigen.

Das gilt auch für den Hypothekenriesen Wells Fargo und die größte US-Bank JPMorgan.

Die Bank of America meldete für das dritte Quartal einen Gewinn von unter dem Strich 4,5 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro). Vor einem Jahr hatte das Unternehmen aufgrund einer Milliardenstrafe wegen dubioser Hypothekengeschäfte einen Verlust von 232 Millionen Dollar verbucht.

Die Erlöse sanken zuletzt hingegen um 2,4 Prozent auf 20,9 Milliarden Dollar. Vor allem beim Wertpapierhandel im Investmentbanking lief es im Sommerquartal weniger rund. Den Rückgang konnte die Bank mit ihrem Sparprogramm aber mehr als wettmachen. Vorstandschef Brian Moynihan sprach von "soliden Ergebnissen".

Die größte US-Hypothekenbank Wells Fargo steigerte den Gewinn um 1,2 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar (5,1 Mrd Euro). Die Erlöse legten um drei Prozent auf 21,9 Milliarden Dollar zu. Das Institut baute das Kreditgeschäft deutlich aus und profitierte von gestiegenen Zinseinnahmen. Wells Fargo ist ein Gewinner der Finanzkrise und an der Börse inzwischen die wertvollste Bank der Welt.

Bei JPMorgan Chase kletterte der Überschuss im dritten Quartal um 22 Prozent 6,8 Milliarden Dollar (6,0 Mrd Euro), wie die größte US-Bank am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Grund waren allerdings vor allem geringere Ausgaben - so sank beispielsweise die Mitarbeiterzahl von Juli bis September deutlich - und Steuervergünstigungen.

Im Tagesgeschäft lief es hingegen weniger rund. Die Erträge gingen um sechs Prozent zum Vorjahr auf 23,5 Milliarden Dollar zurück. "Wir hatten ein ordentliches Quartal", kommentierte JPMorgan-Chef Jamie Dimon. Die Ergebnisse reflektierten ein herausforderndes globales Marktumfeld und die anhaltend niedrigen Zinsen.

Bank-of-America-Mitteilung

Well-Fargo-Mitteilung

JPMorgan-Mitteilung

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

G20-Länder nach dem Brexit: "Wir schaffen das"

Chengdu - Die führenden Industrieländer sehen sich gegen die wirtschaftlichen Folgen des Brexit gewappnet. Und sie richten einen Wunsch an Großbritannien.
G20-Länder nach dem Brexit: "Wir schaffen das"

Eon-Tochter Uniper plant Stellenabbau

Nach der Aufspaltung des Energieriesen Eon plant die neue Kraftwerkstochter Uniper Stellenstreichungen. Wie viele der insgesamt rund 14 000 Beschäftigten betroffen sein …
Eon-Tochter Uniper plant Stellenabbau

Wieder vermehrt deutsche Chefs in Dax-Vorstandsetagen

Die Vorstandszirkel der Börsenriesen hierzulande werden seit Jahren immer deutscher. Besonders klar ist der Trend bei den Vorstandschefs: Dort tendierte die …
Wieder vermehrt deutsche Chefs in Dax-Vorstandsetagen

Kaum Nachfrage: Wird die E-Auto-Prämie zur Schlappe?

Berlin - Seit drei Wochen erhalten Käufer von Elektroautos eine Prämie vom Staat. Doch trotz des Zuckerls hält sich das Interesse der Deutschen in Grenzen.
Kaum Nachfrage: Wird die E-Auto-Prämie zur Schlappe?

Kommentare