Für VW scheinen die rechtlichen Folgen des Abgas-Skandals in den USA ein Fass ohne Boden zu sein. Um den Prozess zu vereinfachen, werden die über 500 Klagen nun in Kalifornien gebündelt. Foto: Boris Roessler/Archiv
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Für VW scheinen die rechtlichen Folgen des Abgas-Skandals in den USA ein Fass ohne Boden zu sein. Um den Prozess zu vereinfachen, werden die über 500 Klagen nun in Kalifornien gebündelt. Foto: Boris Roessler/Archiv

VW macht Stahlmanager Blessing zum neuen Personalchef

Wochenlang hatte VW hinter den Kulissen nach einem neuen Personalvorstand gesucht. Am Ende wurde der Konzern mit Sitz in Wolfsburg im fernen Saarland fündig. Ab Januar ist der Stahlmanager Blessing verantwortlich für die 600 000 Arbeitsplätze im Konzern.

Wolfsburg (dpa) - Mitten in der größten Krise der Konzerngeschichte bekommt Volkswagen mit dem Stahlmanager Karlheinz Blessing einen neuen Personalvorstand. Der Aufsichtsrat stimmte dem Vorschlag der Arbeitnehmerseite für den vakanten Spitzenposten bei Europas größtem Autobauer zu.

"Dr. Blessing ist eine Persönlichkeit mit hoher unternehmerischer und sozialer Kompetenz", sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch laut Mitteilung. Er übernehme die Aufgabe in einer schwierigen Zeit.

Blessing habe in seinen bisherigen Funktionen "nachhaltig unter Beweis gestellt, dass er solche Situationen sehr gut meistern kann", betonte Pötsch. Der 58-jährige Stahlmanager soll sein Amt zum Jahreswechsel antreten. Er wolle sich "mit aller Kraft dafür einsetzen", die Erfolgsgeschichte von Volkswagen fortzusetzen.

Blessings Vorgänger Horst Neumann war Ende November in den Ruhestand gegangen. Der Ernennung war eine lange Suche nach einem geeigneten Kandidaten vorausgegangen. In der Zwischenzeit hatte VW-Chef Matthias Müller den Posten mit übernommen.

Der lange Zeit als Topfavorit gehandelte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte überraschend vor einigen Wochen auf den hoch dotierten Posten verzichtet. Mitten im weltweiten Abgas-Skandal mit den unabsehbaren Konsequenzen für die Belegschaft wolle er "seine Kollegen nicht allein" lassen, sagte Osterloh. Insbesondere unter den Leiharbeitern kursiert die Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes infolge der weltweiten Abgas-Krise.

"Karlheinz Blessing hat an der Spitze der Saarhütten auch wirtschaftlich schwierige Situationen verantwortungsvoll und sozial gerecht gemeistert", betonte Osterloh. Er sei ein Manager mit eigener Meinung und Haltung.

Mit Blessing übernimmt ein erfahrener Stahlmanager das Ruder für die künftige Personalplanung. Er ist damit verantwortlich für die rund 600 000 Arbeitsplätze im VW-Konzern rund um den Globus.

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