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Ein elektronisches Preisschild in einem Supermarkt. Foto: Marius Becker/Symbolbild

Verbraucherzentralen: Intransparenz bei digitalen Preisen

Preise im Einzelhandel sind nicht in Stein gemeißelt. Doch digitale Technik ermöglicht immer schnellere Umstellungen - womöglich mit Folgen für das Vertrauen der Kunden, wie Verbraucherschützer mahnen.

Berlin (dpa) - Die Verbraucherzentralen warnen vor schwindender Transparenz für die Kunden beim Trend zu ständig änderbaren Preisen im Handel und im Internet.

"Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass das Preisschild im Supermarkt oder im Fachgeschäft nicht mehr per Hand ausgetauscht, sondern zu einer digitalen Zifferanzeige wird", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei Voraussetzung für dynamische Preisänderungen, die tagesaktuell und zum Beispiel auch stündlich möglich wären. "Wir werden beobachten, ob das Realität wird." Verschiedene Kunden dürften so nicht benachteiligt werden.

Wenn Preise im Handel im Tagesverlauf schwankten wie bei Tankstellen, dürfte das bei vielen Menschen auf Befremden stoßen, sagte Müller. "Ganz schwierig wird es, wenn der eine Verbraucher einen höheren Preis zahlen muss, der andere aber einen niedrigeren." Teurer könnte es beispielsweise sein, wenn Berufstätige im Feierabendstress nicht viel Zeit zum Einkauf hätten. Tagsüber hätten Kunden dagegen meist mehr Zeit und wechselten auch eher noch zu einem anderen Geschäft.

Müller verwies zudem darauf, dass Unternehmen beim Internethandel und über Kundenkarten Daten zum Kaufverhalten sammelten. Dies könnte auch stärker zu individuell zugeschnittenen Preisangeboten führen. "Wenn die Anbieterseite aufrüsten würde und personalisierte Preise einführt, muss der Verbraucherschutz mithalten können und auf den Grundsatz pochen: Meine Daten gehören mir, und ich darf sie auch mitnehmen zu einem konkurrierenden Anbieter."

Durch Verknüpfen großer Datenmengen entstehe eine "Wahrsagerkugel", mit der Händler mit hoher Wahrscheinlichkeit Konsumentscheidungen vorhersagen könnten. "Dann wissen sie fast mehr über mich als ich selber. Das ist ein Problem", sagte Müller.

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