+
Gegen IWF-Chefin Christine Lagarde hat die französische Justiz ein Verfahren wegen Fahrlässigkeit eröffnet.

Veruntreuung öffentlicher Mittel?

Verfahren gegen IWF-Chefin Lagarde

Paris - Neuer Ärger für IWF-Chefin Lagarde. Die französische Justiz ermittelt jetzt offiziell wegen Fahrlässigkeit gegen die frühere Ministerin. Es geht um Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe.

Gegen IWF-Chefin Christine Lagarde hat die französische Justiz ein offizielle Ermittlungsverfahren wegen Fahrlässigkeit eingeleitet. Die 58-Jährige muss sich in einer Affäre um mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Mittel verantworten.

Dazu war die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Paris erneut befragt worden. Der Nachrichtenagentur AFP sagte Lagarde am Mittwoch, sie wolle nicht von ihrem Posten zurücktreten und werde noch am Nachmittag zur Arbeit nach Washington zurückkehren.

Ermittler verdächtigen Lagarde, sie könne in ihrer Zeit als französische Wirtschaftsministerin (2007-2011) regelwidrig eine Entschädigungszahlung von rund 400 Millionen Euro an Bernard Tapie ermöglicht haben. Der Geschäftsmann hatte sich von der früheren Staatsbank Crédit Lyonnais beim Verkauf seiner Anteile am deutschen Sportartikelhersteller Adidas geprellt gesehen und deswegen geklagt.

Dazu wurde Lagarde am Dienstag zum vierten Mal als verdächtige Zeugin gehört. Die Affäre zieht sich bereits seit Jahren hin. Ein anderes Anklageverfahren läuft gegen Tapie sowie den Chef des französischen Telefonriesen Orange, Stéphane Richard. Zu dem Zeitpunkt war Richard Büroleiter Lagardes. Alle bestreiten die Vorwürfe.

Lagarde bezeichnete das Verfahren am Mittwoch als „völlig unbegründet“. Sie habe ihren Anwalt gebeten, mit sämtliche Rechtsmittel dagegen vorzugehen. Am Ende des Verfahrens könnte eine Anklage stehen. Bei einer Verurteilung drohen bis zu einem Jahr Gefängnis und 15 000 Euro Strafe.

In Washington verwies der IWF auf die Stellungnahme Lagardes. Sie werde selbstverständlich dem IWF-Board „sobald wie möglich“ Bericht erstatten. Bis dahin gebe es keine weiter Stellungnahme.

Lagarde leitet seit 2011 den Internationalen Währungsfonds. Sie folgte auf Dominique Strauss-Kahn, der den Posten nach einem Sex-Skandal aufgeben musste.

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aixtron: Die USA verhindern Kauf deutscher Firma an China

Washington D.C. - Wegen „Risiken für die nationale Sicherheit“ hat sich der US-Präsident Barack Obama gegen die geplante Übernahme von Aixtron durch ein von China …
Aixtron: Die USA verhindern Kauf deutscher Firma an China

Ärger bei Amazon: Tausende Händler-Angebote sind weg

München - Europaweit stehen offenbar tausende Produkte bei Amazon Marketplace nicht mehr zur Verfügung. Das ist ärgerlich für Händler und Käufer.
Ärger bei Amazon: Tausende Händler-Angebote sind weg

Klare Absage vom Weißen Haus: Kein Obama-TV

Washington - Seit Wochen sind Gerüchte über Barack Obamas weitere Karrierepläne in Umlauf. Mit einem wurde nun aufgeräumt: Das Weiße Haus erklärte, dass es kein „Obama …
Klare Absage vom Weißen Haus: Kein Obama-TV

Das Ende der Inflation? Venezuela führt größere Geldscheine ein

Caracas - Die Hyper-Inflation dominiert Venezuela schon seit Jahren. Um mit den stetigen Preissteigerungen Schritt zu halten, hat sich das Land nun etwas Ungewöhnliches …
Das Ende der Inflation? Venezuela führt größere Geldscheine ein

Kommentare