Der Warnstreik in Stuttgart hat um 3.00 Uhr begonnen. Foto: Bernd Weißbrod/Archiv
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Der Warnstreik in Stuttgart hat um 3.00 Uhr begonnen. Foto: Bernd Weißbrod/Archiv

Warnstreiks treffen deutsche Flughäfen - lange Schlangen

Hamburg/Stuttgart (dpa) - Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den Flughäfen in Stuttgart und Hamburg haben am Freitag für Gedränge und lange Warteschlangen gesorgt.

Am Stuttgarter Flughafen waren bis 14.00 Uhr gut 60 Abflüge betroffen, sagte ein Sprecher. Flugausfälle und Verspätungen habe es aber nicht gegeben. In Hamburg fielen 53 Flüge in den Zeitraum des Warnstreiks von 11.00 bis 16.00 Uhr - vier Flüge waren gestrichen worden.

Viele Reisende in Hamburg waren der Aufforderung des Flughafens gefolgt und hatten möglichst vor dem Streikbeginn eingecheckt. Bis zum Start um 11.00 Uhr hatten bereits 2000 Reisende zusätzlich gegenüber einem normalen Freitag die Sicherheitskontrollen passiert, teilte eine Sprecherin mit.

Auch in Stuttgart waren viele Passagiere früher gekommen. Dort waren nur die Sicherheitsschleusen an einem der vier Terminals geöffnet. Beim Warnstreik in der vergangenen Woche hätten aber mehr Menschen an den Terminals gewartet, sagte ein Verdi-Sprecher.

Hintergrund des Ausstands sind die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe in mehreren Bundesländern. Neben Hamburg und Baden-Württemberg laufen aktuell auch Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen. In Niedersachsen dringt Verdi noch auf Verhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW).

Die Gewerkschaft fordert in allen Ländern mehr Geld, die Arbeitgeber lehnen das ab. Dabei geht es um die niedrigen Stundenlöhne für einfache Wachmänner. Aber auch die Sicherheitsleute an den Flughäfen sollen mehr Lohn bekommen.

Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, bezeichnete es als "völlig inakzeptabel und überzogen", dass ein Tarifkonflikt, der das gesamte Sicherheitsgewerbe betreffe, nur an den Flughäfen ausgetragen werde. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, Harald Olschok, forderte den Gesetzgeber auf, für Streiks in der sogenannten Daseinsvorsorge verbindliche Streikregeln einzuführen. Dazu gehöre insbesondere ein Schlichtungsverfahren vor Streikbeginn.

Im Südwesten hatten vergangene Woche auch die Sicherheitsleute an den Kernkraftwerken gestreikt. In Hamburg waren am Freitag alle 8000 Beschäftigten der Sicherheitsbranche zu Warnstreiks aufgerufen.

Verdi Baden-Württemberg

Verdi zum Tarifergebnis 2014

Verdi Warnstreikaufruf für Sicherheitsgewerbe

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