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Durch den Ausstand könnte sich die Abwicklung von rund einer Million Briefsendungen und etwa 9000 Paketsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet ins Ausland verzögern. Foto: Jens Wolf

Verdi macht mit Warnstreiks Druck auf die Post

Im Tarifkonflikt mit der Post erhöht Verdi mit Warnstreiks den Druck auf den Arbeitgeber. Die Gewerkschaft fordert kürzere Arbeitszeiten, doch die Post will nicht über einen vollen Lohnausgleich verhandeln. In einer Woche steht die vierte Tarifrunde an - Ausgang ungewiss.

Bonn/Berlin (dpa) - Post- und Paketzusteller erneut im Streik: Kurz vor dem Mai-Feiertag zieht Verdi im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post um kürzere Arbeitszeiten die Zügel an.

Mit Beginn der Frühschicht legten bundesweit 5000 Paket- und Briefzusteller sowie Beschäftigte in der Sortierung die Arbeit befristet nieder, teilte Verdi mit. Bestreikt wurden unter anderem Standorte in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Brandenburg. Postkunden müssen sich an diesem Wochenende auf verspätete Zustellungen einstellen.

Auch in den kommenden Tagen könnten weitere Verzögerungen drohen. Wie lange die angelaufenen Warnstreiks andauern werden, wollte Verdi nicht sagen. Eine Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen sei aber auch in den nächsten Tagen möglich, sagte ein Sprecher.

Nach Angaben eines Post-Sprechers hielten sich die Auswirkungen des Ausstands für die Postkunden allerdings in Grenzen. Warnstreiks fänden an weniger als 200 von insgesamt 3000 Standorten statt. Auch die Zahl der Teilnehmer lag nach Angaben des Unternehmens nur halb so hoch wie von Verdi genannt. Etwas mehr als eine Million Briefe von rund 64 Millionen sowie einige tausend Pakete von über 3,5 Millionen pro Tag würden die Empfänger bedingt durch den Feiertag erst am Samstag beziehungsweise am Montag erreichen.

"Wir haben die Erwartung, dass die Deutsche Post am Verhandlungstisch endlich die Kurve kriegt", erklärte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende Andrea Koscis. Zugleich drohte sie mit einer Ausweitung der Warnstreiks, "wenn es sein muss". Für die 140 000 Beschäftigten fordert Verdi eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich.

Hintergrund des Streits ist die Gründung von 49 regionalen Gesellschaften in der Paketzustellung. Damit würde die Post gegen tarifliche Vereinbarungen über ein Verbot der Fremdvergabe an interne oder externe Unternehmen verstoßen. Als Ausgleich verlangt Verdi deshalb kürzere Arbeitszeiten. Die Post spricht dagegen von der Schaffung vieler Tausend Arbeitsplätze in dem Bereich.

Am 8. Mai wollen sich die Tarifpartner zu einer weiteren Verhandlungsrunde in Berlin treffen. Als Knackpunkt bei den Gesprächen gilt vor allem die Frage des Lohnausgleichs. Die Post verweist auf den Entgelttarifvertrag, der Ende Mai neu verhandelt werden muss. Verdi will beide Tarifkomplexe aber strikt voneinander trennen.

Pressemitteilung Verdi

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