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Am Mittwoch standen Busse und Bahnen in vielen Teilen Deutschlands still, a Donnerstag werden die Flughäfen bestreikt.

Nahverkehr lahm gelegt

Warnstreiks: An Flughäfen droht Chaos

Hannover - Die Streiks im öffentlichen Dienst schränken die Bürger ein. Am Donnerstag droht Chaos an den Flughäfen. Eine Einigung gab es in den Tarifverhandlungen für private Sicherheitsleute.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst machen Reisenden, Pendlern und Eltern das Leben schwer. Wegen des geplanten Verdi-Ausstandes an sieben deutschen Flughäfen müssen sich Reisende an diesem Donnerstag auf massive Behinderungen einrichten. Allein die Lufthansa streicht fast 600 Flüge und damit nahezu jede dritte geplante Verbindung. Vor allem innerdeutsche und europäische Flüge sind betroffen. Am Mittwoch behinderten Ausstände den öffentlichen Nahverkehr. Ein Schwerpunkt war Nordrhein-Westfalen.

Eine Einigung gab es am Mittwochabend in den Tarifverhandlungen für die rund 5000 privaten Sicherheitsleute an Flughäfen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Verhandlungspartner verständigten sich in Kelsterbach bei Frankfurt darauf, dass die Stundenlöhne der Personenkontrolleure auf bis zu 14,80 Euro steigen. Das berichtete eine Sprecherin der Arbeitgeber. Für einzelne Lohngruppen steige das Gehalt um bis zu 27 Prozent. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi bestätigte den Abschluss, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

Verdi war mit einer Forderung nach 16 Euro einheitlichem Stundenlohn in die Verhandlungen gegangen und hatte Nachholbedarf gegenüber anderen Tarifgebieten reklamiert. Am 21. Februar hatten die privaten Sicherheitskräfte die Passagierkontrollen am Frankfurter Flughafen lahmgelegt, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Die Arbeitgeber vom Bundesverband der Deutschen Sicherheitswirtschaft (BDSW) hatten 14,30 Euro für die höchste Gruppe geboten und wollten differenzierte Verdienstgruppen beibehalten.

An dem für Donnerstag angekündigten Warnstreik an mehreren deutschen Flughäfen im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes sind die privaten Kontrolleure nicht beteiligt.

Der vorläufige Höhepunkt der Warnstreikwelle des öffentlichen Dienstes wird für diesen Donnerstag erwartet. Die Gewerkschaft Verdi plant neben weiteren Ausständen im Nahverkehr, in Kitas und bei der Müllabfuhr Warnstreiks an den Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn, Stuttgart und Hannover. Schwerpunkt der Ausstände des Flughafenpersonals ist das größte deutsche Drehkreuz in Frankfurt, wo vom frühen Morgen bis 14.30 Uhr gestreikt werden soll. Eine von der Gewerkschaft nicht bezifferte Zahl von Mitarbeitern der Flughafenbetreiber arbeitet noch nach den Tarifbedingungen des öffentlichen Dienstes.

Die Warnstreiks sorgten bereits im Vorfeld für heftige Kritik der Luftverkehrsbranche. „Flughäfen werden immer mehr zum öffentlichkeitswirksamen Schauplatz für Tarifauseinandersetzungen. Was früher eine absolute Ausnahme war, darf nicht zur Regel werden“, erklärte Ralph Beisel vom Flughafenverband ADV in Berlin.

Umtausch von Flugtickets gegen Bahnfahrkarten

Auch die Lufthansa kritisierte die Verdi-Streiktaktik. „Wie schon bei dem Warnstreik des Sicherheitspersonals in Frankfurt vor gut einem Monat nimmt Verdi bewusst in Kauf, dass unbeteiligte Menschen und Unternehmen zur Durchsetzung von Gewerkschaftsforderungen instrumentalisiert werden. Alleine bei der Lufthansa Gruppe entstehen zudem Millionenschäden“, sagte Vorstandsmitglied Bettina Volkens.

Die verschiedenen Airlines forderten ihre Fluggäste auf, sich auf der jeweiligen Website über den Status ihrer Flüge zu informieren. Für innerdeutsche Lufthansa-Tickets ist ein Umtausch in Bahnfahrkarten möglich. Umbuchungen sämtlicher abgesagter Flüge seien zudem kostenfrei möglich.

Die Interkontinentalflüge der Lufthansa von München sollen sämtlich stattfinden, während in Frankfurt einige bereits abgesagt sind. Die Tochter Germanwings plant den vollen Betrieb. Der Ferienflieger Condor verlagert vier Fernflüge von Frankfurt nach Düsseldorf. Dort werde mit geringeren Auswirkungen des Ausstands gerechnet, sagte ein Condor-Sprecher. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin strich zunächst sechs Flüge.

Für den Donnerstag rief Verdi zudem Zehntausende Beschäftigte aus fast allen Bereichen des öffentlichen Dienstes zu Warnstreiks auf. Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen soll es in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie Thüringen geben.

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Am Mittwoch waren von dem Kräftemessen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern besonders der Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen sowie in mehreren Städten in Hessen, Niedersachsen und Baden-Württemberg betroffen. In Bayern blieben zahlreiche Kitas geschlossen, Mülltonnen wurden nicht geleert. Ingesamt beteiligten sich Verdi zufolge knapp 43 000 Beschäftigte an Warnstreiks.

Verdi-Chef Frank Bsirske gab sich selbstbewusst. Sollte es bei den Verhandlungen nicht zu einer Einigung kommen, drohe ein Arbeitskampf mit hoher Beteiligung, sagte der Gewerkschafter auf einer Kundgebung vor rund 5500 Teilnehmern in Kassel. Ziel bleibe aber eine Einigung in der nächsten Gesprächsrunde.

Verdi will mit den Aktionen Druck vor der dritten Tarifverhandlungsrunde ab dem kommenden Montag in Potsdam machen. In der zweiten Runde hatte es zwar eine Annäherung in einzelnen Punkten, aber insgesamt keinen Durchbruch gegeben. Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt.

dpa

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