Amazon, Streik
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Tarifvertrag gefordert

Weihnachtsstreik bei Amazon: Bsirske droht mit mehr

Berlin - In der Hochphase des Weihnachtsgeschäfts setzt Verdi im Dauerstreit mit Amazon wieder auf Streik. Im nächsten Jahr soll der Druck auf den Versandhändler erhöht werden.

Im zähen Konflikt um einen Tarifvertrag bei Amazon setzt Verdi-Chef Frank Bsirske nun darauf, den Branchenkontrakt für allgemeinverbindlich zu erklären. „Ein schneller Durchbruch zu tarifvertraglichen Vereinbarungen ist auch nach zweieinhalb Jahren nicht in Sicht“, sagte Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Die Streiks zeigen aber indirekt Wirkung. Amazon versucht, mit kleinen finanziellen Zugeständnissen den Arbeitskampf zu unterlaufen - erfolglos“, sagte Bsirske. „Wir und die Beschäftigten werden den Druck aufrechterhalten“, kündigte der Verdi-Chef an.

„Ein weiterer Anker ist für uns die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrags im Einzelhandel“, sagte Bsirske. „Wir sind bereits in Verhandlungen unter anderem über eine neue Entgeltstruktur“, erläuterte er. „Wenn es da im Lauf der nächsten Monate zu einem Ergebnis kommt, ist das Thema der Allgemeinverbindlichkeitserklärung auf der Tagesordnung.“

Bsirske betonte: „Dieser Schritt würde auch Amazon betreffen.“ Er meinte: „Die Politik ist bereit, das Tarifsystem in Deutschland zu stärken.“

Hintergrund ist, dass Regelungen eines Tarifvertrages einer Branche für alle Beschäftigten dieses Industriezweigs gelten, wenn das Bundesarbeitsministerium ihn für allgemeinverbindlich erklärt. Das gilt dann auch für jene, die in nicht tarifgebundenen Unternehmen arbeiten.

Erst zum Wochenstart hatten Mitarbeiter des Versandhändlers erneut an mehreren Standorten die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand sollte zum Teil bis Heiligabend dauern, so etwa in Leipzig. Verdi fordert einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das würde für die Mitarbeiter mehr Sicherheit und höhere Löhne bedeuten.

Der US-Konzern weigert sich bisher, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen.

dpa

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