Insolvenzverfahren

Weltbild: Insolvenzverfahren angelaufen

Augsburg - Das Insolvenzverfahren gegen den Weltbild-Verlag beginnt, rund 600 Mitarbeiter wechseln in eine Auffang-Firma. Nun sucht der marode Kirchenbetrieb Kaufinteressenten.

Knapp drei Monate nach dem Insolvenzantrag der Verlagsgruppe Weltbild hat das Amtsgericht Augsburg am Dienstag das Insolvenzverfahren eröffnet. Gleichzeitig seien 582 Mitarbeiter von der Konzernmutter in eine Auffanggesellschaft gewechselt, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

In den nächsten Monaten sollen noch weitere Beschäftigte in die Transfergesellschaft wechseln, insgesamt sollen es dann 656 Mitarbeiter sein. Sie erhalten bis zu ein Jahr lang 85 Prozent ihrer bisherigen Nettogehälter. Zudem sollen sie weitergebildet werden, damit sie neue Jobs finden. Die Transfergesellschaft wird großteils von der katholischen Kirche als bisherigem Weltbild-Eigentümer finanziert. Die Gewerkschaft Verdi hatte die guten Bedingungen des Sozialplans als „im Rahmen einer Insolvenz einzigartig“ gelobt. Aktuell arbeiten damit noch 1050 Männer und Frauen bei der insolventen Weltbild-Konzernmutter.

Bei der Filialtochter, die in ganz Deutschland etwa 220 Geschäfte betreibt, bangen weitere 1400 Mitarbeiter um ihre Jobs. Krisenmanager Geiwitz hatte bereits angekündigt, dass mit Schließungen von Buchläden zu rechnen sei. Eine Entscheidung soll es aber erst in einigen Wochen geben.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens endet insbesondere die Zahlung des Insolvenzgeldes an die Mitarbeiter. Dies wird von der Arbeitsagentur maximal drei Monate lang gezahlt. Künftig muss Geiwitz wieder selbst die Löhne zahlen und das Geld dafür im laufenden Betrieb erwirtschaften.

Der Insolvenzverwalter will den Weltbild-Konzern möglichst erhalten und als Ganzes verkaufen. „Mehrere Investoren haben erste konkrete Angebote abgegeben, die hinsichtlich Umfang und Preis unterschiedlich sind“, sagte Sprecher Patrick Hacker. Nun würden die eigentlichen Verhandlungen beginnen. Geiwitz sei weiterhin „vorsichtig optimistisch“, der Ausgang des Investorenprozesses sei allerdings bis zum Abschluss völlig offen.

dpa

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