Jubel in Peking: Die arg gebeutelten chinesischen Aktienmärkte haben sich kräftig erholt. Foto: Wu Hong
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Jubel in Peking: Die arg gebeutelten chinesischen Aktienmärkte haben sich kräftig erholt. Foto: Wu Hong

Weltweite Erholung an den Börsen

Nach den rasanten Kursstürzen geht es an den internationalen Aktienmärkten nun aufwärts. Der Dax überspringt wieder die Marke von 10 000 Punkten. Ist das die Trendwende?

Frankfurt/Shanghai (dpa) - Anleger rund um den Globus atmen auf: Nach den vergangenen Kursturbulenzen ist es an den Börsen am Donnerstag kräftig aufwärtsgegangen.

Der deutsche Leitindex Dax kletterte deutlich über die Marke von 10 000 Punkten und stand zum Börsenschluss mit 3,18 Prozent im Plus bei 10 315,62 Zählern. Die Aktienmärkte in China und Japan konnten die dramatischen Verluste vom Wochenbeginn teilweise ausgleichen. In den USA sorgten zudem gute Konjunkturdaten für Kauflaune der Anleger.

"Wie es ausschaut, gibt es nach dem Crash am Montag doch noch einen positiven Wochenschluss", kommentierte Analyst Jens Klatt vom Broker DailyFX.

Die chinesischen Aktienmärkte erholten sich besonders kräftig. Sorgen um die Wirtschaft des Landes hatten den jüngsten Kurseinbruch an den globalen Börsen ausgelöst. Jetzt kehre anscheinend die Zuversicht zurück, dass die chinesische Regierung der Wirtschaft und dem Aktienmarkt des Landes notfalls weiter unter die Arme greifen werde, erklärte Analyst Markus Huber vom Wertpapierhändler Peregrine & Black.

Am kommenden Donnerstag (3. September) feiert China mit einer Militärparade den 70. Jahrestag des Sieges über Japan. Die Parade ist die Gelegenheit für Präsident Xi Jinping, sich der Welt als starker Anführer Chinas zu zeigen. Ein weiterer Kurseinbruch könnte Zweifel an der chinesischen Wirtschaftsmacht aufkommen lassen.

Der wichtige Shanghai Composite Index stieg um 5,34 Prozent auf 3083,59 Punkte, nachdem die Kurse seit vergangenen Donnerstag rund 20 Prozent verloren hatten. Auch die japanische Börse erholte sich weiter.

An der Wall Street ging es erneut aufwärts. Aktuelle US-Konjunkturdaten fielen teilweise überraschend stark aus. So ist die Wirtschaft einer zweiten Schätzung zufolge im zweiten Quartal kräftiger gewachsen als erwartet.

Zudem glauben inzwischen immer weniger Analysten, dass die US-Notenbank Fed bereits im September die Leitzinsen erhöhen wird. Bei steigenden Zinsen könnten andere Anlagen im Vergleich zu Aktien wieder attraktiver werden. Investoren hatten in den vergangenen Jahren wegen der Niedrigzinsen vermehrt auf Aktien gesetzt.

Entwarnung geben Experten für die globalen Börsen aber noch nicht. Es brauche schon einige weitere gute Handelstage, um das Vertrauen und die Zuversicht der Anleger nach den jüngsten Turbulenzen wieder herzustellen, sagte Marktanalyst Michael Hewson vom Wertpapierhändler CMC Markets UK.

Die allgemeine Entspannung an den Finanzmärkten stützte den Ölpreis. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 44,07 US-Dollar, 93 Cent mehr als am Vortag.

Der Eurokurs gab nach deutlichen Verlusten der beiden vergangenen Handelstage dagegen weiter nach und unterschritt die Marke von 1,13 Dollar. Experten sehen in den jüngsten Kursverlusten eine Normalisierung, nachdem die Turbulenzen um China zum Wochenbeginn den Eurokurs beflügelt hatten.

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