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Die drittgrößte deutsche Landesbank WestLB ist 2009 wieder tief in die roten Zahlen gerutscht.

WestLB AG mit dreistelligem Millionenverlust

Düsseldorf - Die drittgrößte deutsche Landesbank WestLB ist 2009 wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. 2008 stand an gleicher Stelle noch ein Gewinn von 100 Millionen Euro.

Die WestLB AG weise einen Fehlbetrag von 294,9 Millionen Euro aus, teilte der Vorstand am Donnerstag nach Aufstellung des Jahresabschlusses in Düsseldorf mit. 2008 stand an gleicher Stelle noch ein Gewinn von 100 Millionen Euro. Zahlen für den gesamten Düsseldorfer Bankkonzern nannte der Vorstand zwar noch nicht - die Konzernbilanz wird in der zweiten Märzhälfte veröffentlicht. Nach den tiefroten Zahlen im Einzelabschluss der WestLB AG droht aber auch ein Verlust für den gesamten Bankkonzern.

Die WestLB war bereits im Jahr 2007 durch Fehlspekulationen und umfangreiche Kapitalanlagen in riskante Papiere in die schwerste Krise ihrer rund 40-jährigen Geschichte geraten. Das führte 2007 zu einem Konzernverlust von 1,6 Milliarden Euro. 2008 erzielte der Düsseldorfer Konzern dank der milliardenschweren Garantien seiner Eigentümer einen Mini-Gewinn von 18 Millionen Euro. Dieser kam damals nur durch den Verkauf von riskanten Papieren zum Einkaufspreis von 23 Milliarden Euro an eine Zweckgesellschaft zustande, durch den ein Übertragungsgewinn von fast einer Milliarde in die Bilanz einfloss.

Den Verlust der WestLB AG im Jahr 2009 begründete der Vorstand mit “Wertanpassungen“ bei Beteiligungen, schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie einem insgesamt schwächeren vierten Quartal. Dabei hatte die WestLB nach dem ersten Quartal 2009 noch vom besten Jahresauftakt seit langem gesprochen. Im zweiten Quartal bröckelte der Konzern-Vorsteuergewinn aber schon deutlich. Im dritten Quartal rutschte der Konzern in die roten Zahlen. “Das Jahresergebnis 2009 ist maßgeblich von Sonderbelastungen geprägt“, erklärte Bankchef Dietrich Voigtländer. Operativ zeigten sich “spürbare Fortschritte“.

Die Probleme der nordrhein-westfälischen Landesbank werden auch Investoren zu spüren bekommen: Bei den Genussscheinen und stillen Einlagen der WestLB AG werde es zum vollständigen Ausfall der auf das Geschäftsjahr 2009 bezogenen Kupons kommen, so der Vorstand. Darüber hinaus würden diese Kapitalinstrumente am Bilanzverlust beteiligt. Dadurch komme es zu einer Reduzierung der Rückzahlungsansprüche der Genussscheine der WestLB AG um etwa 5 Prozent, zweier Hybrid-Anleihen aus dem Jahr 2005 um etwa 6 Prozent und der stillen Einlage des Bankenrettungsfonds SoFFin, die im Dezember 2009 geleistet wurde.

Das “Handelsblatt“ hatte im Januar berichtet, die EU-Kommission bestehe in den Beihilfeverfahren darauf, dass auch hybrides Kapital wie Genussscheine und stille Einlagen an den absehbaren Verlusten für 2009 beteiligt werden. Bei der WestLB beläuft sich das Hybridkapital auf schätzungsweise 2,5 Milliarden Euro. Der Vorstand hatte bereits Mitte Dezember erklärt: Eine Bedienung der Eigenkapitalinstrumente, die einen Bilanzgewinn des HGB-Einzelabschlusses erfordern, sei wegen der Auflagen der EU-Kommission nicht sichergestellt. Das schließe die Möglichkeit einer Verlustteilnahme der Eigenkapitalinstrumente ein.

dpa

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