Arbeitsmarkt
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Die Zahl zu besetzender Stellen hat laut der Bundesagentur für Arbeit nun den niedrigsten Stand seit Juli 2005 erreicht.

Wirtschaftskrise trifft verstärkt Arbeitsmarkt

Nürnberg - Die Talfahrt der deutschen Wirtschaft zieht auch den Arbeitsmarkt immer stärker in Mitleidenschaft. Prognosen zufolge ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni ungewöhnlich schwach gesunken.

Demnach waren rund 50 000 Menschen weniger auf Arbeitssuche als im Mai - in den vergangenen drei Boomjahren war die Zahl zu Sommerbeginn durchschnittlich noch um rund 130 000 zurückgegangen. Für den Herbst erwarten die Volkswirte einen starken Anstieg der Jobsuchenden. Auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet damit, dass sich das rapide zurückgehende Angebot an offenen Stellen in den kommenden Monaten auf die Beschäftigung auswirkt. Die offiziellen Zahlen will die Nürnberger Behörde an diesem Dienstag (30. Juni) bekanntgeben.

Die Juni-Prognosen der von der Deutschen Presse-Agentur dpa befragten Fachleute weichen teils stark voneinander ab. Während Deutsche Bank und DZ-Bank immerhin von einem Rückgang der Arbeitslosen um 75 000 beziehungsweise 70 000 ausgehen, erwarten HypoVereinsbank und Allianz ein Minus von nur etwa 30 000.

Einig sind sich die Experten jedoch darin, dass das dicke Ende auf dem Arbeitsmarkt noch bevorsteht - spätestens im Herbst soll sich die Wirtschaftskrise in massiv steigenden Arbeitslosenzahlen bemerkbar machen. Auch die BA erwartet keine schnelle Besserung. Das Angebot an offenen Stellen sinke in Deutschland sehr rasch und werde sich in den kommenden Monaten voraussichtlich negativ auf die Beschäftigung auswirken, hieß es in einer Mitteilung. Der Stellenindex BA-X fiel im Juni zum achten Mal in Folge und liegt nach einem Rückgang um 5 Punkte nun bei 120 Punkten. Dies ist der niedrigste Stand seit Juli 2005.

Dass die Arbeitslosenzahlen derzeit noch sinken, ist den Volkswirten zufolge vor allem der massenhaften Kurzarbeit zu verdanken. “Die Kurzarbeit dürfte weiter abfedernd wirken, aber wenn die Unternehmen keine dauerhafte Perspektive sehen und etwa die Auftragseingänge nicht steigen, dann werden Entlassungen sehr schnell folgen“, warnte DZ-Bank-Analyst Philipp Jaeger. Im Vergleich zum Vorjahr war die Zahl der Arbeitslosen im Mai bereits um 175 000 gestiegen.

Um Sonderfaktoren bereinigt erwarten die Experten im Juni einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um rund 30 000 - mit Ausnahme der Allianz, die ein Plus von 70 000 für möglich hält. Einfluss auf die saisonbereinigte Zahl hat auch die im Mai eingeführte Änderung der Zählweise, die monatlich gut zehntausend Jobsuchende aus der Statistik der BA verschwinden lässt. Im Mai war unter anderem deshalb die Zahl der Jobsuchenden um 127 000 auf 3 458 000 zurückgegangen; die Quote nahm um 0,4 Punkte auf 8,2 Prozent ab. Auf Grundlage der alten Datenbasis aber waren rund 3,470 Millionen Menschen statt der offiziell genannten 3,458 Millionen arbeitslos.

dpa

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