Offshore-Konten

Zoll entdeckt Fundgrube für Steuerfahnder

Berlin - Der Zoll hat nach übereinstimmenden Medienberichten Ende Mai im Hamburger Hafen zwei Container mit Unterlagen über sogenannte Offshore-Konten beschlagnahmt.

In mehr als 1000 Kartons hätten sich offenbar auch Kontodaten mutmaßlicher deutscher Steuerhinterzieher befunden, schreibt die „Welt am Sonntag“. Wie das Magazin „Focus“ berichtet, entdeckten die Zollfahnder bei grober Durchsicht des Materials auch diverse Unterlagen der saudi-arabischen Familie des getöteten Terroristenführers Osama bin Laden.

Vermutlich seien die Papiere aus dem karibischen Steuerparadies zufällig in Hamburg gelandet. „Normalerweise wandern solche Unterlagen in den Reißwolf“, zitiert der „Focus“ einen Finanzbeamten. Zumindest ein Teil der Fracht komme aus der Niederlassung der Schweizer Privatbank Coutts auf den Cayman Islands in der Karibik und sollte von Hamburg nach Genf transportiert werden, heißt es in den Medienberichten.

Die Bank bestätigte den Vorgang laut „Welt am Sonntag“. Im Zuge einer Neuordnung „findet derzeit ein Umzug von Unterlagen von den Cayman Islands in unser bestehendes Dateneinlagerungszentrum statt“, sagte eine Sprecherin dem Blatt. Es gebe aber „unseres Wissens keine Ermittlungen gegen die Trust Company“.

Das Bundesfinanzministerium wollte sich nicht näher äußern, erklärte der „Welt am Sonntag“ aber: „Der Vorgang befindet sich in einem engen Zusammenhang mit einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren, das durch die Dienststellen der Steuerfahndung des Landes NRW im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf geführt wird.“

Die dortigen Ermittler sind nach dem Ankauf einer weiteren Steuer-CD im vergangenen Jahr durch das Land Nordrhein-Westfalen Berichten zufolge ohnehin mit den Ermittlungen gegen mehr als tausend deutsche Kunden der Privatbank Coutts beschäftigt. Am Samstag war bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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