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Durch die Unruhen in Libyen steigen die Preise an den Tankstellen.

Preisschock: Diesel schon bei 1,45 Euro!

Die Unruhen in Libyen haben die Ölproduktion fast zum Erliegen gebracht. Viele internationale Ölkonzerne haben ihr Personal aus Libyen abgezogen und die Förderung eingestellt.

Der Spritpreis in Deutschland ist am Freitag als Folge der Libyen-Krise erneut kräftig gestiegen. In einigen Städten wurden an Markentankstellen bereits 1,57 Euro pro Liter Super und 1,45 Euro für Diesel verlangt. Super wäre damit 4 Cent teurer als am Donnerstagabend, Diesel zwei Cent.

Der Branchenzweite Shell verzeichnete nach Angaben von Freitagmorgen am Donnerstagnachmittag bundesweite Durchschnittspreise von 1,531 Euro für Superbenzin und 1,428 für Diesel. Durchschnittspreise für Freitag lagen noch nicht vor. Im Sommer 2008 hatte der Benzinpreis ein Rekordniveau von 1,60 Euro erreicht.

Libyen ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt

Der Ölpreis gab unterdessen leicht nach und lag am Freitag bei 112 Euro pro Barrel (159 Liter) der für Europa wichtigsten Öl-Sorte Brent in London. Am Donnerstag wurden zeitweise 117 Euro notiert. An der New Yorker Rohstoffbörse lag der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) bei 98 Dollar, nach 103 Dollar am Donnerstag. Innerhalb einer Woche wurde Öl um 20 Prozent teurer. 

Als Folge der Libyen-Krise war der Preis für Superbenzin am Donnerstag um drei Cent auf 1,53 Euro pro Liter gestiegen. Diesel kostete im Bundesschnitt 1,43 Euro pro Liter, auch drei Cent mehr als am Vortag, wie ein Aral-Sprecher mitteilte. Damit nähern sich die Spritpreise den Rekordhöhen aus dem Juli 2008, als bis zu 1,60 Euro pro Liter Super bezahlt wurden. Die EU ist inzwischen in Sorge, weil die hohen Energiepreise die Inflation anheizen könnten.

Libyen ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt und hat mit 5,7 Milliarden Tonnen die größten Reserven in Afrika. Libysches Öl gilt als sehr hochwertig, viel davon wird nach Europa exportiert. Libyen ist der fünftwichtigste Lieferant von Rohöl für Deutschland.

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

Händler begründeten den drastischen Anstieg auch mit der Sorge, die Proteste könnten auf weitere wichtige Öl-Lieferanten im Nahen Osten übergreifen. Allerdings bestehe selbst bei einem Totalausfall Libyens nicht die Gefahr von Lieferengpässen. Der größte Produzent der Region, Saudi-Arabien, hat nach eigenen Angaben noch große freie Förderreserven und könnte jederzeit mehr Öl pumpen.

Auch der Heizölpreis stieg mitten in der Februar-Kältewelle weiter, nachdem Ende voriger Woche schon teure 81 Cent pro Liter erreicht worden waren. Die Ölproduktion in Libyen wurde nach der Flucht zahlreicher Ölarbeiter praktisch gestoppt. Nach Angaben des italienischen Eni-Konzerns fehlen auf dem Weltmarkt 1,2 Millionen Barrel pro Tag aus Libyen.

Ein Barrel (159 Liter) der für Europa wichtigsten Öl-Sorte Brent notierte in London am Donnerstag zeitweise bei fast 117 Dollar, ehe der Preis wieder auf 114 Dollar nachgab. Da ist immer noch der höchste Stand seit September 2008. An der New Yorker Rohstoffbörse stieg der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 3,55 Dollar auf 101,65 Dollar. Innerhalb einer Woche wurde Öl um 20 Prozent teurer.

Ölkonzerne ziehen Personal aus Libyen ab

Eni, Total, Repsol und Winterhall stoppen Förderung. Viele internationale Ölkonzerne haben ihr Personal aus Libyen abgezogen und die Förderung eingestellt. Die Energiekonzerne Eni und Repsol hatten am Dienstag ihre Quellen weitgehend geschlossen, die deutsche BASF-Tochter Wintershall kurz danach, auch die französische Total dreht den Hahn zu.

EU-Kommission über Anstieg des Ölpreises besorgt

Die Explosion des Ölpreises beunruhigt die EU-Kommission. Die Krise könne so die ohnehin steigende Inflation weiter anheizen, die vor allem auf höhere Energiepreise zurückgehe. Die Ölpreisentwicklung “kann einen negativen Effekt haben“, sagte ein Sprecher von EU-Finanzkommissar Olli Rehn in Brüssel. “Wir sind besorgt.“

dapd

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