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Schnittig und schnell: die neue A-Klasse ähnelt von vorne gar dem edlen SL und hat mit dem alten Modell gar nichts mehr zu tun.

Von 0 auf 100 in sechs Sekunden

Die neue A-Klasse im großen Test

München - Smartphone, hohes Drehmoment und aggressives Design. Mit der brandneuen A-Klasse beginnt eine neue Zeitrechnung bei Mercedes-Benz. Wir haben den Kompakten in Slowenien getestet:

Es ist heiß an diesem Tag in Slowenien. Als der Autor dieser Zeilen in eine Tankstelle einbiegt, staubt die Straße. Ich parke, steige langsam aus. Und genau in diesem Moment passiert es wieder: Aus einem Wohnmobil mit Kölner Kennzeichen springt urplötzlich der Fahrer aus seinem Sitz und sprintet auf mich zu. Direkt dahinter: sein gut zehn Jahre alter Sohn. „Das ist doch die neue A-Klasse“, ruft der Mann mehr meinem Wagen als mir zu. „Mann, sieht der gut aus. Ganz anders. Genial! Oder Junge?“ Der Kleine berührt vorsichtig die silberne Motorhaube. „Ja! Geil!“

Anfang dieser Woche stellte Mercedes in Slowenien die neue A-Klasse vor – und das Erlebnis oben beschreibt genau, was die Stuttgarter mit dem neuen Flitzer auf die Räder gestellt haben: Ein Auto, mit dem keiner gerechnet hat! Schluss mit dem „Elch-Kasten“ mit der erhöhten Sitzposition und der Panorama-Windschutzscheibe. Nein, die neue A-Klasse ist ein flacher Flitzer: bullig, schnittig, schnell. Zwei Tage nahmen wir den Neuen genau unter die Lupe (auf Landstraßen, Autobahnen und gar auf einem Renn-Parcours) – und eins gleich vorweg: Das Auto kann voll überzeugen!

Die Optik ist seine erste große Stärke: Die Schnauze – sie gleicht der des edlen SL. Wie mit einem Haifischmaul grinst einen nun die A-Klasse an. Dazu der große Frontspoiler, die schmalen Seitenfenster und ein Heck mit je einem Auspuff an jeder Seite. Perfekt! Ganz klar, Mercedes hat es hier auf ein junges Publikum abgesehen. Vielleicht zum ersten Mal! So um die 30 soll er sein – der neue Kunde. Und eben bald keinen 1er BMW oder Audi A3 mehr kaufen. A wie Angriff!

Redakteur Armin Geier testete das neue Modell.

Diese Angriffslust wird auch beim Blick unter die Motorhaube deutlich. Das „kleinste“ Modell ist der A 180 und schon der bringt satte 122 PS auf die Straße (bei 1,6 Litern Hubraum). Das Fahrverhalten? Der Wagen klebt auf dem Asphalt, durch sein niedriges Gewicht geht er dennoch richtig ab (endlich mal kein Limousinen-Gefühl!). Und auch der Commonrail-Diesel im A 180 CDI dreht ausgesprochen frech und munter hoch (Verbrauch: 4,3 Liter). Wenn es sein soll, in gut 9 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Höchstgeschwindigkeit: 210. Ja, wir reden hier von den kleinsten A-Modellen!

Edel und sportlich: Das Cockpit der neuen A-Klasse soll an einen Rennwagen erinnern.

Denn wie ernst es Mercedes mit der neuen Sportlichkeits-Offensive ist, zeigt besonders ein Blick auf den A 250. Hier jagt man gar mit 211 PS los, das Sportfahrwerk ist noch straffer als bei der Komfortvariante und lässt Straßenunebenheiten auch spürbar in den Innenraum vordringen. Was positiv gemeint ist. Von Null auf 100 schafft es dieser A-Klasse-Renner in gut 6 Sekunden. Wow! Da darf sich auch ein Golf GTI in Zukunft warm anziehen. Besonders da optisch zwischen den beiden Autos Welten liegen.

Und wie teuer ist der Spaß nun? Naja, der billige Mercedes – der muss wohl noch gebaut werden. Bei der neuen A-Klasse starten die Preise jedenfalls bei 23.979 Euro (für den 122-PS-Benziner). Der A 200 und A 200 CDI kosten 27.013 Euro bzw. 27.787 Euro! Auf den Markt kommt das neue Modell übrigens im September. Und wer dann den A 250 sein Eigen nennen will – also die 211-PS-Rennsemmel – der muss gar 36.860 Euro hinblättern (ohne Extras). Aber was sagte der Bub an der Tankstelle nochmal über das Auto? Ja, genau!

Armin Geier

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