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Den Fahrspaß kann man im Gesicht ablesen: Tester Hans Moritz im neuen Fiat Spider Abarth.

Abarth 124 Spider und 595

Abart(h)iger Fahrspaß

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Abarth, das ist wie ein doppelter Espresso: Keine Marke verkörpert das allseits vergötterte Bella Italia besser als Fiat. Der Tuner Abarth bringt die Heißblütigkeit mit – der Skorpion als Markenzeichen ist kein Zufall.

2007 wurde das 1949 gegründete Label wiederbelebt, bekannt ist es vor allem für die aufgemotzte Version des Fiat 500. Der hat der Fiat-Chrysler-Konzern jetzt ein Facelift zugestanden. Ganz neu ist der Abarth 124 Spider. Damit schärft der Autobauer sein Profil als erste Adresse für automobile Individualisten. Jeep und vor allem Alfa Romeo parken unter dem gleichen Dach.

Aufgepimpt haben die Tuner aus dem Hause Fiat alle Modelle: Vom 124er gibt es die Cabriovariante, der 500er kommt gleich in vier Versionen auf die Straße, zum Preis von 40.000 Euro.

Der Spider, gebaut in Japan und aufgepumpt in Italien, verkörpert pure Fahrfreude. Mit 170 PS ist er für jede Situation ausreichend motorisiert. Mit seinem Gewicht von nur 1,06 Tonnen kommen auf jedes Kilo 6,2 Pferde. In 6,8 Sekunden dreht der Spider mit seinem 1,4-Liter-Vier-Zylinder-Multiair-Turbo auf 100 Sachen – und das bei einem maximalen Drehmoment von 250 Nm. Bei 224 Stundenkilometer ist Schluss. Der jüngste Abarth ist ein reinrassiger Renner, der permanent unter Kontrolle gehalten werden muss – bei hohem Tempo ganz besonders. Cruisen ist nicht. Im Normalmodus ist er hart, im Sportmodus verdammt hart. Dass der Fahrspaß nicht zu kurz kommt, dafür sorgt das serienmäßige mechanische Sperrdifferenzial – ein Segen bei rasanter Kurvenfahrt. All das hat seinen Preis: Die Ausführung mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe beginnt bei 40.000 Euro, die mit Sechs-Stufen-Automatik bei 42.000 Euro.

Asphaltkontakt

Während der Trend des rollenden Hochsitzes in den SUVs nicht zu stoppen ist, hat man im Spider nahezu Asphaltkontakt. Schaut der Verkehr auf den Fahrspuren daneben herablassend, ist es ausnahmsweise Bewunderung. Mit dem Spider fällt man auf, nicht nur wegen der satt röhrenden und tief gurgelnden vierflutigen Auspuffanlage mit passiver Klappensteuerung. Sondern auch wegen seiner sportlichen Eleganz. Motorhaube und Heckklappe gibt es wahlweise in Wagenfarbe oder in mattem Schwarz. Die roten Sättel der Brembo-Hochleistungsbremse grinsen frech durch die 17-Zoll-Räder. Wem der Bolide bekannt vorkommt: Eine gewisse Ähnlichkeit zum Mazda MX5 ist nicht zu verhehlen.

Abarth 595

Neben dieser Premiere hat Abarth der 595er-Reihe ein Facelift verpasst. Sie wird in Polen gebaut und durchläuft ebenfalls die italienische Muckibude. Zusammenfassend, verfügt die Serie über stärkere Motoren, modernere Multimedia sowie wiederum über das mechanische Sperrdifferenzial. 

Die Basis bildet der 1936 erstmals vorgestellte Fiat 500. Die Varianten 595 mit 145 PS ab 18.290 Euro, 595 Turismo mit 165 PS ab 22.090 und 595 Competizione mit 180 PS ab 24.790 Euro stammen vom 695 Biposto mit 190 PS für 39.900 Euro ab, der primär für den Rennsport konzipiert wurde.

Der Tuner Abarth bringt die Heißblütigkeit mit – der Skorpion als Markenzeichen ist kein Zufall: Hier der Abarth 595 und Abarth 124 Spider.

Nicht nur unter der Haube, auch im Inneren ist alles auf Sportlichkeit getrimmt: Schalensitze, Lederlenkrad, großer Drehzahlmesser, das Armaturenbrett in Wagenfarbe sowie ebenfalls ein vierrohriger Auspuff (beim Competizione). Die Karosserie wird als Fließheck oder Cabrio angeboten. Mit Konzerntochter Abarth werden für Fiat neue Kundenkreise erschlossen. 2015 wurden aus der 595er-Reihe 2000 Stück verkauft, heuer sollen es knapp 3000 werden. 

Beim Abarth-Spider hofft man auf 1000 plus x Bestellungen. Bemerkenswert: 70 Prozent der Fiat-500-Kunden sind weiblich und 30 Prozent männlich. Beim Abarth 595 ist es genau umgekehrt. Ermöglicht werden soll das Wachstum durch ein größeres Händlernetz. 25 waren es vor fünf Jahren, heute sind es 100, 2017 sollen es 120 sein – in der Regel an Fiat-Autohäuser angedockt. 

Die Losung von Gründer Carlo Abarth – vom Sternzeichen Skorpion übrigens – bleibt auch nach knapp 70 Jahren noch aktuell: „Es ist der Wahnsinn, dieser herrlich schöne Wahnsinn, der alle ansteckt und uns zu begeisterten Fans des ,immer schneller’ und der mechanischen Perfektion macht.“

Hans Moritz

Das ist der schnellste Fiat 500 aller Zeiten

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