+
Der ADAC möchte sich neu aufstellen.

Seit 66 Jahren

ADAC beruft außerordentliche Hauptversammlung ein

Der in der Dauerkritik stehende ADAC will zum ersten Mal seit 66 Jahren eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Der Automobilclub möchte sich neu aufstellen.

Dies kündigte ADAC-Präsident Peter Meyer am Mittwoch in München im Anschluss an eine Besprechung des Präsidiums des Automobilclubs an. Der ADAC wolle einen Reformprozess einleiten, der "vorbehaltlos" die Struktur und Abläufe der Organisation auf den Prüfstand stelle, erklärte Meyer.

Laut ADAC gab es in dem mit rund 19 Millionen Mitgliedern größten Verein Deutschlands zuletzt 1948 eine außerordentliche Hauptversammlung. Meyer erklärte zur Begründung des ungewöhnlichen Schritts, "wir sind von den aktuellen Ereignissen tief betroffen und überzeugt, dass nur ein umfassendes Maßnahmenpaket die Glaubwürdigkeit des ADAC wieder herstellen kann". Einen Termin nannte der Club zunächst nicht.

Laut Meyer soll eine "grundlegende Reform" auf den Weg gebracht werden, um aktuelle Schwachstellen zu beheben. Diese umfasse eine Überprüfung der Führungsgremien, der Vereinsstruktur und wirtschaftlichen Aktivitäten, eine wesentliche Verbesserung der Transparenz und deutlich stärkere Einbindung der Mitglieder. Der Reformprozess solle von unabhängigen, externen Experten begleitet werden.

Skandal beim Autopreis "Gelber Engel"

Derweil gibt es zusätzlich zum Manipulationsskandal beim Autopreis Gelber Engel weitere Berichte zu einem womöglich missbräuchlichen Einsatz der Luftrettung des ADAC. Wie die "Bild"-Zeitung und der Berliner "Tagesspiegel" (Mittwochsausgaben) übereinstimmend berichteten, flog der Sohn einer ADAC-Geschäftsführerin zusammen mit einem Freund in einem Ambulanzflugzeug nach Ägypten, nachdem die beiden ihren regulären Ferienflieger verpasst hatten. Den Berichten zufolge trennte sich der ADAC wegen des Vorfalls im Februar vergangenen Jahres von der Mitarbeiterin.

Wie die Zeitung "Die Welt" zudem berichtete, kam im Jahr 2006 ein Rettungshubschrauber zum Einsatz, um vor einem Spiel der 2. Fußball-Bundesliga den Rasen im Stadion von Eintracht Braunschweig zu trocknen und so eine Absage des Spiels zu verhindern. Der ADAC gab gegenüber der Zeitung an, der Föhn-Einsatz sei bezahlt worden. Außerdem sei der Hubschrauber auch für einen etwaigen Notfall einsatzfähig gewesen.

Die Enthüllungen über manipulierte Abstimmungen und Dienstflüge mit dem Rettungshubschrauber kratzen nach einer vom Magazin "Stern" veröffentlichten Forsa-Umfrage auch am Bild des ADAC. Inzwischen haben 47 Prozent der Deutschen demnach eher geringes (29 Prozent) oder sogar nur sehr geringes (17 Prozent) Vertrauen in den Automobilclub. Nur noch 44 Prozent äußern eher großes (33 Prozent) oder sehr großes (11 Prozent) Zutrauen.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auto in Garten vergraben - Polizei deckt Verbrechen auf
Menschen finden in ihren Gärten manchmal die spannendsten Dinge: uralte Fossilien, historische Münzen - oder Autos! Die unglaubliche Geschichte lesen Sie hier.
Auto in Garten vergraben - Polizei deckt Verbrechen auf
ADAC meldet Staurekord für 2017
Immer mehr und immer länger - so viele Staus wie im letzten Jahr gab es nie zuvor. Außerdem waren sie länger als in den vorhergehenden Jahren.
ADAC meldet Staurekord für 2017
Renault Twingo II erhält durchwachsene TÜV-Bilanz
Wer einen Renault Twingo fährt, muss nach längerer Gebrauchsdauer mit Problemen rechnen. Das zeigt der "TÜV Report 2018". Meist offenbaren sich die Mängel jedoch nur auf …
Renault Twingo II erhält durchwachsene TÜV-Bilanz
Dieselfahrer tanken im Winter besser immer voll
In der kalten Jahreszeit sollten vor allem Fahrer älterer Dieselautos ein paar Regeln beachten, damit sich der Kraftstofffilter nicht zusetzt.
Dieselfahrer tanken im Winter besser immer voll

Kommentare