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Der ADAC kämpft mit seinen Skandalen.

Drama ohne Ende

ADAC: Mühsamer Neustart

Dem angeschlagenen ADAC steht ein spannendes Wochenende bevor: Am Samstag lädt der gefallene gelbe Engel zur Hauptversammlung nach Saarbrücken.

Der ADAC hofft auf einen Neustart – und vor allem darauf, dass in den kommenden Monaten alles wieder gut wird. Wir erklären die größten Baustellen:

Das Image

Vor allem will der ADAC sein ramponiertes Image wieder polieren. „Der ADAC war der Inbegriff einer Vertrauensorganisation. Und plötzlich konnte jeder sehen, dass Fehler gemacht wurden und jeder bemerkte plötzlich die fehlende Transparenz. Die Enttäuschung war gigantisch“, sagt der Sprecher des eigens für den Reformprozess eingesetzten Beirats, Jürgen Heraeus. In der Folge schwoll eine Welle der Empörung an. Sei es die Nutzung von Rettungshubschraubern für dienstliche Zwecke, steuerliche Privilegien, undurchsichtige Geschäfte mit der Pannenhilfe, die Methodik der Pannenstatistik, Intransparenz oder der Vereinsstatus – es gab viele Vorwürfe. Manche hielten Prüfungen nicht stand. Auf andere reagierte der ADAC mit Sofortmaßnahmen, strich etwa Boni für den Verkauf von Ersatzbatterien durch Pannenhelfer. Auch Hubschrauberflüge für ADAC-Termine wurden untersagt.

Die Kündigungen

Etliche Mitglieder haben die Konsequenz aus den Skandalen gezogen und ihre Mitgliedschaft gekündigt. In den ersten vier Monaten dieses Jahres musste der Club 290.000 Mitglieder ziehen lassen – eine regelrechte Austrittswelle. Trotzdem steigen die Mitgliederzahlen weiter. Zum 30. April hatte der ADAC 18.960.216 Mitglieder, immerhin 17.415 mehr als zu Jahresanfang. Das Ziel, in diesem Jahr die Marke von 19 Millionen Mitgliedern zu knacken, ist also weiter im Bereich des Möglichen.

Die Führungsspitze

Kommunikationschef Michael Ramstetter, Präsident Peter Meyer und die Geschäftsführung des Clubs um Karl Obermair wurde von den Skandalen aus ihren Ämtern gespült. Übergangspräsident ist August Markl. Der will das Amt eigentlich nicht weiter bekleiden, trotzdem wird er auch nach der Hauptversammlung Präsident des Clubs bleiben. „Bisher konnten wir leider keinen geeigneten Kandidaten finden“, sagte er der Zeit. Eine neue Spitze soll erst nach gelungener Club-Reform gewählt werden. Heraeus wünscht sich für den Posten des neuen ADAC-Präsidenten einen Kandidaten mit Auto-Erfahrung. Zu Antenne Bayern sagte er: „Professor Reitzle wäre eine ideale Figur.“ Der scheidende Vorstandschef des Industriegase-Konzerns Linde dürfte aber kaum dazu bereit sein. Aus seinem Umfeld ist zu hören, dass er schon wegen seiner vielfältigen Mandate nicht zur Verfügung stehen könne.

Mehr Transparenz

Der Club hatte größere Offenheit angekündigt – trotzdem sind bei der Hauptversammlung keine Ton- und Filmaufnahmen gestattet. Die Vermögensverhältnisse des ADAC sind weiter unklar, der Spiegel hatte von einer Bilanzsumme von 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2012 berichtet. „Der ADAC muss viel klarer als bisher zwischen seinen Vereins- und Wirtschaftsinteressen trennen. Wenn das nicht gelingt, sehe ich den Status des Vereins in Gefahr“, warnt Heraeus.

Mk.

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