ADAC: Jedes dritte Kind im Auto nicht richtig gesichert

München - Jedes dritte Kind im Alter von sechs bis zwölf Jahren fährt einer ADAC-Studie zufolge nur schlecht gesichert im Auto der Eltern mit. Aber auch bei Kleinkindern sind die Eltern oft fahrlässig.

Jedes dritte Kind im Alter von sechs bis zwölf Jahren fährt einer ADAC-Studie zufolge nur schlecht gesichert im Auto der Eltern mit. Fünf Prozent der Schüler seien gar nicht angeschnallt gewesen, stellte der ADAC in Stichproben bei mehr als 1500 Fahrzeugen in elf Bundesländern fest. 20 Prozent saßen nicht in einem für ihre Altersgruppe nötigen Sitz. “Schon eine Vollbremsung kann bei falsch gesicherten Kindern zu schwersten Verletzungen führen“, warnte der Autoclub am Freitag in München. Die ADAC-Tester hatten Autos mit insgesamt mehr als 2300 Kindern vor Schulen und Kindergärten geprüft. Angesichts der Ergebnisse fordert der ADAC verstärkte Kontrollen.

Grob fahrlässig handeln laut ADAC viele Eltern von Kleinkindern. 28 Prozent der unter Sechsjährigen seien nicht ordentlich gesichert gewesen, drei Prozent waren nur mit dem Erwachsenengurt angeschnallt und weitere drei Prozent saßen ganz ohne Sicherung im Auto. “Das ist natürlich eine Katastrophe. Da kann man sich vorstellen, was im Falle eines Unfalls passiert“, sagt die Studienleiterin Beate Pappritz.

Zwölf Prozent der Kleinen hätten zwar im richtigen Kindersitz gesessen, die Gurte seien aber falsch angebracht gewesen oder es seien andere Fehler gemacht worden. Die Gefahr für die Kinder sei deshalb auch im richtigen Sitz erheblich gewesen.

Der ADAC kritisierte auch die Erhöhung von Sitzen. Sitz-Erhöher genügten zwar ab einem Körpergewicht von 15 Kilogramm den gesetzlichen Vorschriften, böten aber keinerlei Seitenschutz und seien daher nicht zu empfehlen. “Im Falle eines Unfalles haben die Kinder keinen Seitenschutz und können mit dem Kopf ungebremst gegen die Scheibe oder gegen den Seitenholm knallen“, warnte Pappritz. “In einem Sitz mit Rückenlehne ist der Kopf gut geschützt.“

Erst am Donnerstag hatte der ADAC mit der Stiftung Warentest eine Untersuchung veröffentlicht, nach der manche Auto-Kindersitze schädliche Weichmacher enthalten. Von acht untersuchten neuen Modellen enthielten zwei bei der Sicherheit zwar die Noten “gut“ und “befriedigend“, fielen aber wegen der enthaltenen Schadstoffe mit “mangelhaft“ durch den Test. Die restlichen sechs Modelle schnitten mit “gut“ ab.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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