+
Nötig seien grundlegende Änderungen nach Vorbild der US-Umweltbehörde EPA, die den Skandal um manipulierte Software bei Diesel-Fahrzeugen des VW-Konzerns ans Licht gebracht hatte. Foto: Andreas Gebert/Archiv

Nach VW-Skandal

ADAC und Umwelthilfe fordern Änderungen bei Abgaskontrollen

Berlin - Welche Konsequenzen sollten her, um nach den Manipulationen bei VW die Schadstoffmessungen bei neuen Automodellen zu verbessern? Vom Bundestag eingeladene Sachverständige empfehlen neue Strukturen.

Berlin - Angesichts des VW-Skandals fordern der Autofahrerclub ADAC und die Deutsche Umwelthilfe Änderungen bei der Kontrolle von Abgaswerten neuer Fahrzeugtypen.

Das Bundesverkehrsministerium solle das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) "mit einem ausreichenden Etat versehen, um unabhängige Institutionen mit der Überwachung der Abgasemissionen und Messungen im Straßenverkehr zu beauftragen", heißt es in der Stellungnahme des ADAC für eine Expertenanhörung des Bundestags-Verkehrsausschusses an diesem Montag.

Die Behörden für sogenannte Typgenehmigungen neuer Modelle wie das KBA stünden in Europa im Wettbewerb und kämpften um Aufträge der Autohersteller. Diese nutzten zudem Schwächen im Verfahren aus. "Insgesamt führt dies zu Risiken hinsichtlich der Einhaltung von Standards zur Messung und Kontrolle von Abgasemissionen."

Die Umwelthilfe erläuterte, die heute für Messungen zuständigen Institute seien qualifiziert. Sie stünden aber in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis zur Autoindustrie. "Dies führt dazu, dass die Institute darin konkurrieren, die für den Hersteller optimalen Ergebnisse zu generieren."

Nötig seien grundlegende Änderungen nach Vorbild der US-Umweltbehörde EPA, die den Skandal um manipulierte Software bei Diesel-Fahrzeugen des VW-Konzerns ans Licht gebracht hatte. Demnach solle "eine unabhängige Stelle" zuvor von den Herstellern zertifizierte Angaben durch Messungen auf der Straße kontrollieren. In Deutschland käme das KBA "für diese Aufgabe ausdrücklich nicht infrage". Die Autobauer sollten die Messungen über eine Umlage finanzieren.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigte sich prinzipiell offen für eine Diskussion. Eine Debatte über "Neuerungen bei der Typgenehmigung neuer Fahrzeugmodelle beziehungsweise andere Kontrollsysteme wäre richtig", heißt es in der Stellungnahme für den Bundestag. Generell dürften angesichts der VW-Krise aber weder die ganze Branche noch der Diesel unter Generalverdacht gestellt werden.

Für die Typgenehmigung neuer Modelle ermitteln die Fahrzeughersteller Messwerte, die von sogenannten Technischen Diensten unter Kontrolle des KBA überprüft werden. Dafür werden vom KBA Prüflabore und Zertifizierungsstellen benannt.

dpa

Stellungnahmen für Ausschuss-Anhörung

Kraftfahrt-Bundesamt zu Typgenehmigungen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auch bei schönem Herbst-Wetter lauern Gefahren für Biker
Viele Motorradfahrer nutzen gern die schönen Herbsttage für eine Tour. Aber das gute Wetter kann trügen: Biken ist im Herbst auch bei Sonnenschein nicht ungefährlich.
Auch bei schönem Herbst-Wetter lauern Gefahren für Biker
Volltanken vor Fahrt ins Ausland kann sich lohnen
Die Benzin-Preise unterscheiden sich von Land zu Land. Wo es sich für deutsche Autoreisende rechnet, vorher vollzutanken, verrät der ADAC.
Volltanken vor Fahrt ins Ausland kann sich lohnen
Studie deckt auf: Diesel stoßen mehr CO2 aus als Benziner
Eigentlich werden Dieselmotoren vor allem mit einem erhöhten Stickoxid-Ausstoß in Verbindung gebracht. Doch möglicherweise verursachen sie auch mehr CO2 als Benziner.
Studie deckt auf: Diesel stoßen mehr CO2 aus als Benziner
Aus diesem Grund sollten Sie jetzt schon Winterreifen kaufen
Für Autofahrer gilt die Faustregel "Von O bis O": Von Oktober bis Ostern sollte das Auto mit Winterreifen ausgestattet sein. Doch kaufen sollten Sie diese schon jetzt.
Aus diesem Grund sollten Sie jetzt schon Winterreifen kaufen

Kommentare