ADAC-Tester sehen wenig Licht im Tunnel

- München - Urlaubszeit - Reisezeit. Doch: Ist die Fahrt in die schönsten Wochen des Jahres auch sicher? Enorme Defizite bemängelt der Automobilclub ADAC bei elf von 25 europäischen Straßentunneln im Test 2003. Zum fünften Mal stufte der ADAC gemeinsam mit anderen europäischen Automobilclubs Röhren von "sehr gut" bis "mangelhaft" ein.

Testsieger ist der deutsche Weserauentunnel bei Minden (Nordrhein-Westfalen), Testverlierer der spanische Sollertunnel bei Palma (Mallorca). Bewertet wurden unter anderem die Bereiche Verkehrsüberwachung, Flucht- und Rettungswege, Brandlüftung und Notfallorganisation. Italiens Behörden und Tunnelbetreiber lehnen seit Jahren den Test ab. Ausnahme heuer: der Fortezza.

Deutschland

Der Elbtunnel in Hamburg erhielt die Note "gut". Defizite gibt es durch tägliche Staus, nicht Lärm geschützte Notrufe, schmale Notwege und weit entfernte Fluchtausgänge. Im Petueltunnel in München registrierte der ADAC eine optimale Notfallorganisation und sehr gut angelegte Flucht- und Rettungswege. Bemängelt wurden die nicht lückenlose Videoüberwachung, der große Abstand bei Notrufsäulen und die nicht immer drei Meter breite linke Fahrbahn. Note: "gut".

Österreich

Für den Gleinalm-Tunnel zwischen Graz und St. Michael, den Perjen-Tunnel bei Landeck und den Pfänder-Tunnel bei Bregenz gab es die Noten "ausreichend". Es fehlen eine zweite Röhre für den Gegenverkehr und Flucht- und Rettungswege. Im Pfänder-Tunnel gebe es zudem oft Staus.

Italien

Lediglich "ausreichend" erhielt der Fortezza-Tunnel bei Franzensfeste. Dort fehlen Pannenbuchten, Notruftelefone und Notleuchten.

Spanien

Der Somport-Tunnel an der spanisch-französischen Grenze hat das zweitbeste Ergebnis. Bis auf eine zweite fehlende Röhre für den Gegenverkehr und einen zu langen Anfahrtsweg der Feuerwehr ist der ADAC sehr zufrieden. Als Testverlierer weist der Soller-Tunnel auf Mallorca neben allgemeinen Defiziten schwere Mängel im Brandfall auf.

Schweiz

"Gut" schnitt der Gorgier-Tunnel bei Neuchatel ab. Es fehlen aber Lautsprecher, Pannenbuchten und Standstreifen. Als "bedenklich" werden der Milchbuck-Tunnel in Zürich und der Piumogna-Tunnel bei Airolo eingestuft. Kritik gibt es an Videoüberwachung und Belüftung. Platz drei belegt der Pomy-Tunnel bei Yverdon.

Frankreich

Als "bedenklich" wird der Nogent-sur-Marne-Tunnel bei Paris eingestuft. Es gebe keine automatische Tunnelsperrung bei Brandmeldung. Als "gut" gilt der Prado Carenage-Tunnel in Marseille. Dort fehlen markierte Fluchtwege und Klappen zur Rauchabsaugung.

England, Belgien, Norwegen, Niederlande und Slowenien

Schlechte Noten gab es auch für den Waaslandtunnel in Belgien ("mangelhaft"), die englischen Tunnel Rotherhithe, Blackwall Süd, Tyne (alle "bedenklich") und Blackwall Nord ("mangelhaft"). Norwegens Ekeberg-Tunnel und der Festnings-Tunnel, beide bei Oslo, gelten als "ausreichend". Hollands Tunnel, der IJ-Tunnel bei Amsterdam und der Maastunnel bei Rotterdam, hält der ADAC für "bedenklich" bis "ausreichend". Der Karawanken-Tunnel an der slowenischen Grenze erhielt die Note "ausreichend".

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