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Senioren im Straßenverkehr sorgen laut Verkehrsstatistiken nicht für mehr Unfälle als andere Altersgruppen.

Ältere Fahrer sind kein Verkehrsrisiko!

Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) fordert regelmäßige Gesundheitschecks für alle Autofahrer. Diese Pflicht könnte man im Rahmen einer anderen EU-weiten Neuregelung einführen, die 2013 in Kraft tritt.

Unfallhäufigkeit nach Altersgruppen 2010

Ab dann nämlich ist die Fahrerlaubnis nicht mehr endlos, sondern nur noch 15 Jahre gültig (siehe Stichwort). Ein Anlass für Neumanns Vorstoß war die Hamburger Unfallstatistik: Dort sei zu erkennen, so kommentierte der 42-jährige Sozialdemokrat, dass über 60 Prozent der Unfälle durch über 65-Jährige verursacht worden seien. Auch Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, spricht sich für einen verpflichtenden Check aus, sollte der Führerschein älter als 15 Jahre sein.

Ablehnung kam umgehend von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der vor einer Diskriminierung älterer Verkehrsteilnehmer warnte. Bayerns Innen­minister Joachim Herrmann (CSU) sagte gegenüber der tz, er sehe keinen Anlass für einen Gesundheits-Check für ältere Autofahrer – und auch Hamburg habe in der Innenministerkonferenz bislang keinen Vorstoß in diese Richtung gemacht.

Bei der Sache? Die Sünden hinterm Steuer

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Der Automobilclub von Deutschland (AvD) korrigiert die Hamburger Darstellung der Statistik: Senioren seien nicht an über 60 Prozent aller Unfälle, sondern nur der Unfälle mit Beteiligung von Senioren schuld. „Falsche, zumindest unglückliche Wortwahl hat den fatalen Eindruck entstehen lassen, ältere Verkehrsteilnehmer seien per se ein Risiko im Straßenverkehr. Das steht in krassem Gegensatz zur Realität.“

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, sagte: „Es wäre natürlich schön, wenn man sich ab einem bestimmten Alter auf freiwilliger Basis einem Sehtest oder einer anderen gesundheitlichen Überprüfung unterziehen würde. Aber es generell vorzuschreiben, ist aus meiner Sicht nicht erforderlich.“

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist sind über 65-Jährige bundesweit nur an 12,8 % (2010) der Unfälle schuld (Bayern: 12,4 %).

Der befristete EU-Führerschein 

Ab 19. Januar 2013 muss der auch in Deutschland alle 15 Jahre erneuert werden. Dann gilt:

  • Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, müssen bis 19. Januar 2033 umgetauscht werden.
  • Gesundheits- oder andere Tests sind nicht vorgesehen.
  • Kosten: 24 Euro
  • Erforderliche Unterlagen für Umtausch: ein biometrisches Passfoto, Personalausweis, Führerschein, Gebühr.

BW

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