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Verspricht Aufklärung: ADAC-Präsident Peter Meyer.

Präsident gibt Interview

ADAC-Skandal noch viel schlimmer? 

München  - Beim ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ und der Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ wurde möglicherweise noch mehr manipuliert als bisher bekannt.

Der Präsident des Autoclubs, Peter Meyer, schloss in einem Interview der ADAC-Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ jetzt auch Fälschungen beim Ranking der Fahrzeuge nicht mehr aus. Damit wäre der Preis unter Umständen für Modelle vergeben worden, die gar nicht gewählt wurden. Bisher hatte es geheißen, der inzwischen abgetretene ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter habe lediglich die Stimmenzahl nach oben frisiert, die Reihenfolge der Fahrzeuge aber sei nicht betroffen.

Man könne derzeit nicht mit Gewissheit sagen, ob auch an der Platzierung der einzelnen Fahrzeuge gedreht worden sei, räumte Meyer nun ein. „Wir haben das Eingeständnis, dass die Zahl der absoluten Stimmen, nicht aber die Reihenfolge der Preisträger verändert wurde. Ob das der Wahrheit entspricht, soll die Untersuchung ans Licht bringen, mit der wir externe Prüfer federführend beauftragt haben.“

Die Experten des Wirtschaftsprüfers Deloitte gingen derzeit auch allen übrigen Kategorien des Autopreises „Gelber Engel“ auf den Grund, betonte der ADAC-Präsident. „Für uns sind Offenheit, Transparenz und umfassende Aufklärung oberstes Gebot.“

Die Februar-Ausgabe der „Motorwelt“ mit dem Titel „Die Krise als Chance“ soll in diesen Tagen in den Briefkästen der Mitglieder landen; sie wurde von Freitag an per Post zugestellt. Die Zeitschrift konzentriert sich auf die Aufarbeitung der Vorwürfe und die geplante Erneuerung des Autoclubs.

Untersuchung soll Wahrheit ans Licht bringen

Fast täglich waren in den vergangenen Wochen neue Fragen rund um den Autoclub aufgetaucht. Der ADAC steht etwa auch wegen Hubschrauberflügen von Spitzenvertretern in der Kritik, unter ihnen Meyer selbst. Am Donnerstag waren Vorwürfe eines ADAC-Mitarbeiters im Zusammenhang mit Badegewässeruntersuchungen in den 90er Jahren bekannt geworden. Der Mitarbeiter behauptet, Informationen zur Wasserqualität an bestimmten Badestränden seien „über Jahre hinweg aus den betroffenen Zielgebieten finanziert und beeinflusst worden“. Der ADAC kündigte eine sofortige Prüfung der Vorwürfe an.

Die Chronologie des ADAC-Skandals

Der ADAC-Skandal - eine Chronologie

„Wir nehmen sämtliche Vorwürfe sehr ernst und werden nicht ruhen, bis alles aufgeklärt ist - mit dem Ziel, die Glaubwürdigkeit des ADAC wiederherzustellen“, versprach Meyer in dem Interview. Er bekräftigte den Reformwillen des Autoclubs. So dürften auch Führungskräfte künftig nicht mehr die Reservemaschinen der ADAC-Rettungshubschrauber dienstlich nutzen. „Zukünftig fliegen Hubschrauber ausnahmslos Rettungseinsätze.“

Sollte sich herausstellen, dass bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen auch beim Ranking manipuliert wurde, droht dem ADAC ein weiterer Imageschaden. Denn dann könnten die Autohersteller die Preise vergangener Jahre zurückgeben. Bisher hatte es etwa bei VW dazu geheißen, man warte erst den Fortgang der Aufklärung ab. Der VW Golf hatte die bislang letzte Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ gewonnen.

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Die Februar-Ausgabe der ADAC-Mitgliederzeitschrift sollte von Freitag (31. Januar) an auf dem Postweg zugestellt werden. Das Heft konzentriert sich nach Angaben eines ADAC-Sprechers sehr stark auf die Aufarbeitung der Vorwürfe.

Meyer bekräftigte in dem Interview den Reformwillen des Autoclubs. So dürften auch Führungskräfte künftig nicht mehr die Reservemaschinen der ADAC-Rettungshubschrauber dienstlich nutzen. „Zukünftig fliegen Hubschrauber ausnahmslos Rettungseinsätze.“

dpa

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