Im Affenzahn um die Kurve

- Gas geben, bremsen, durch die Kurven driften - immerzu. Mini-Rennwagen mit einem Affenzahn über schlitzgeführte Bahnen zu jagen, ist ein Konzentrationsspiel. Es kommt darauf an, sich ans Limit zu wagen: Entweder fliegt der Flitzer aus der Kurve, oder man schafft einen neuen Rundenrekord. Mit Ninco bringt nun der letzte der vier großen Hersteller eine digitale Autorennbahn im Maßstab 1:32 auf den Markt. Digitales Slot-Racing ist vor allem für Neueinsteiger eine interessante Alternative.

Denn anders als beim Analogsystem ist die Taktik wie im echten Motorsport bei digitalen Rennbahnen viel wichtiger. Bei Digitalbahnen können mehrere Autos dieselbe Spur nutzen. Man kann sich den Konkurrenten daher zum Beispiel vor die Nase setzen. Der sichtbare Unterschied zwischen einer Analogbahn und einer Digitalbahn sind die in die Strecke eingebauten Weichen, die das Wechseln der Fahrspuren erlauben.

Beim Pro-X-System von Carrera etwa können auf einer zweispurigen Strecke vier Fahrer gegeneinander antreten. Bei SCX und Scalextric sind es bis zu sechs, beim Ninco-Digitalsystem sogar acht. Nincos Starterset "Digital Mastertrack" mit zwölf Metern Strecke, zwei Weichen Netzteil, Kontrolleinheit zur Zeit- und Rundenmessung sowie drei Digitaldecodern für die Wagen und drei Fahrtreglern kostet rund 450 Euro. Die Autos müssen aber noch extra gekauft werden und kosten im Durchschnitt rund 45 Euro.

Wer bereits Besitzer einer Ninco-Bahn ist, kann mit einem Umrüstset für 215 Euro das Digitalzeitalter auch auf seiner Piste einläuten. Carrera hat sein digitales Rennbahnsystem Pro-X in diesem Jahr um das DTM-Set "Touring Car Racing" für rund 230 Euro und das Paket "Speedway Racing" der Rennserie FIA GT für rund 300 Euro erweitert. Den günstigsten Einstieg bietet das Pro-X-Set "Digital Racing" mit zwei Formel-Eins-Fahrzeugen und knapp sieben Meter Strecke für rund 200 Euro. Bei Scalextric beginnt der Spurwechselspaß mit 186 Euro. Dafür gibt es das Set "Digital Ignition" mit 4,18 Meter Piste, zwei Sportwagen und nur einer Weiche. Das ist dann eine etwas einfachere Version, die sich nicht programmieren lässt.

Sämtliche Möglichkeiten einer Digitalbahn bietet das Set "Triple Rivals" mit drei Autos, sechseinhalb Meter Strecke und einer Steuerstation mit zehn verschiedenen Rennvarianten. Das Set kostet 349 Euro. Für das "Conversion-Kit" zum Betrieb alter Bahnen verlangt Dickie-Tamiya rund 200 Euro. Wie Ninco gestattet auch Scalextric Wagen anderer Hersteller digital zu betreiben. Das erforderliche Umrüstset kostet knapp 20 Euro. "Ganz oder gar nicht", lautet das Motto beim spanischen Anbieter SCX, der vor vier Jahren als erster auf Digitalisierung setzte: Man hat entweder SCX-analog oder SCX-digital. Auf Streckenteilen alter Analogbahnen können die Digitalflitzer nicht fahren.

Mit dem neuen DTM-Set "Basic" -drei Wagen, drei Fahrtregler und sechs Meter Strecke -kostet der Einstieg bei SCX-digital 249 Euro. Ganz so isoliert, wie das SCX-Digitalsystem auf den ersten Blick scheint, ist es aber nicht: Wenn man handwerklich geschickt ist, kann man damit auch Wagen anderer Hersteller digitalisieren.

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