Von allem etwas

Die BMW K 1200 R Sport: - Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann." Auch nicht BMW. Doch mit der neuen K 1200 R Sport sind die Münchner Motorradbauer nah dran, wollen zumindest eine Kombination aus kernigem Naked Bike und potentem Sportler mit Attributen der Alltags- und Tourentauglichkeit auf zwei Räder stellen.

Wir waren mit der neuen BMW unterwegs -auf Tour und im Alltag. Kern des Bikes ist der bekannte Vierzylindermotor der K-Baureihe: 1157 Kubikzentimeter Hubraum, 163 PS (120 kW) maximale Leistung, 127 Nm maximales Drehmoment. Der Motor lässt in Bezug auf Beschleunigung, Durchzug und Höchstgeschwindigkeit keinen Wunsch offen. In 3,2 Sekunden ist Tempo 100 erreicht (ohne abgehobenes Vorderrad).

Ungefähr die gleiche Zeitspanne vergeht, um im sechsten Gang von 100 auf 140 km/h zu beschleunigen und die von den Münchnern angegebenen 264 km/h Maximalspeed sind für das 246 Kilogramm schwere Zweirad mehr als genug. Im Alltag und auf Touren schätzt der Fahrer das mächtige Potenzial vor allem auf Bundes- und Landstraßen. Da ist dank des exzellenten Fahrwerks sehr entspanntes Fahren angesagt, Bummeln im sechsten Gang. Und wenn mal ein Überholvorgang ansteht, bedeutet das einen kurzen Dreh am Gasgriff, Blinker links, Blinker rechts und fertig.

Auf deutschen Autobahnen spielt sich das Reisetempo schnell bei 160 bis 180 Sachen ein. Die K 1200 R Sport kann natürlich schneller, muss aber nicht, und auf Dauer hält auch die Lenkerverkleidung den Winddruck, der jenseits der 200-km/h-Marke immer stärker wird, nicht besonders effektiv ab. Abgesehen davon signalisiert der Bordcomputer (zum Aufpreis von 145 Euro) dann auch heftige Verbrauchswerte und eine sinkende Reichweite. Was bei der K 1200 R Sport schon ins Geld gehen kann, denn BMW verspricht optimale Leistung nur beim Betanken mit Super Plus. Bei dem von uns ermittelten Verbrauch, der zwischen 5,4 und 6,8 Liter auf 100 Kilometern lag, kann da bei sportlicher Fahrweise gegenüber dem gemütlichen Bummeln auf längere Sicht eine nette Summe zusammenkommen.

Die meisten Käufer der K 1200 R Sport dürfte das aber weniger stören. Denn wer 14 100 Euro Basispreis und dazu noch 1080 Euro fürs hervorragend arbeitende Teil-Integral-ABS, 680 Euro für die elektronische Fahrwerksverstellung ESA, 205 Euro für die Reifendruckkontrolle RDC, 195 Euro für Heizgriffe und 110 Euro für die Gepäckbrücke bezahlen kann, der schaut nicht primär auf die Verbrauchswerte. Bei unseren ausgiebigen Fahrten erwies sich die K 1200 R Sport letztlich als ein Motorrad, das tatsächlich viel kann. Allen kann es BMW freilich nicht recht machen, doch das potente Multitalent hat das Zeug, vor allem unter denjenigen Motorradfahrern Freunde zu finden, die kernige Leistung schätzen, aber auch auf ein bisserl Komfort nicht verzichten wollen.

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