+
Wenn ein Verkehrsteilnehmer Amphetamine im Blut hat, ist es rechtens, ihm den Führerschein zu entziehen. Foto: Oliver Berg dpa/lnw

Gesetz der Straße

Amphetamin im Blut: Führerscheinentzug ist rechtens

Das Aufputschmittel Amphetamin gehört zu den psychoaktiven Substanzen. Wer es konsumiert, riskiert seinen Führerschein. Allein der Nachweis kann schwerwiegende Folgen haben.

Neustadt/Weinstraße (dpa/tmn) - Werden Amphetamine im Blut eines Autofahrers nachgewiesen, ist der Entzug des Führerschein grundsätzlich rechtmäßig. Das geht aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts Neustadt hervor, auf das der ADAC hinweist (Az.: 1 L 636/17.NW).

In dem Fall war ein Autofahrer in eine Verkehrskontrolle geraten. Bei einem Drogenschnelltest wurden Spuren von Amphetaminen nachgewiesen, die anschließende Blutuntersuchung bestätigte den Befund. Der Autofahrer gab zunächst an, ein Potenzmittel sowie das Schmerzmittel Ibuprofen eingenommen zu haben. Toxikologisch konnte das die ermittelten Amphetamin-Werte aber nicht erklären.

Deshalb ging die Fahrerlaubnisbehörde von einer Schutzbehauptung aus und entzog dem Mann mit sofortiger Wirkung die Fahrerlaubnis. Denn in der Verkehrsrechtsprechung werden Amphetamine als psychoaktive Substanzen als derart gefährlich eingestuft, dass allein der Nachweis zum sofortigen Führerscheinentzug führt. Amphetamine putschen unter anderem auf, zügeln den Appetit und werden auch als illegale Partydroge (Speed) konsumiert.

Der betroffene Fahrer zog wegen des Führerscheinentzugs vor Gericht. Dort gab er an, noch eine weitere Substanz, nämlich einen Appetitzügler eingenommen zu haben, um als Beifahrer für eine längere Autofahrt wacher zu bleiben. Es sei daher nicht gerechtfertigt gewesen, ihm direkt die Fahrerlaubnis zu entziehen. Vielmehr hätte zunächst eine medizinisch-psychologische Untersuchung erfolgen müssen. Die Richter wiesen die Klage aber ab.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass es sich hierbei erneut um eine Schutzbehauptung handele, begründete die Kammer. Aber selbst, wenn man die Einwendung als wahr einstufe, sei keine Fahreignung gegeben. In dem Fall habe der Fahrer nämlich bewusst eine psychoaktive Substanz zu sich genommen und sie zweckentfremdet konsumiert. Das rechtfertige den sofortigen Führerscheinentzug, da ein öffentliches Interesse daran bestehe, dass dieser Autofahrer zunächst nicht mehr unmittelbar am Straßenverkehr teilnehme.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unglaubliches Unfall-Video! So etwas haben Sie noch nie gesehen
Ein tonnenschwerer Kran krachte auf einen fahrenden Audi - doch mit dem, was danach passiert, hat niemand gerechnet.
Unglaubliches Unfall-Video! So etwas haben Sie noch nie gesehen
Hier brennt ein Tesla - 35 Feuerwehrleute im Einsatz
Bei einem spektakulärem Unfall hatte die Fahrerin Glück im Unglück - sie bliebt unverletzt. Doch der Tesla brannte komplett aus. Die Feuerwehr filmte den Einsatz.
Hier brennt ein Tesla - 35 Feuerwehrleute im Einsatz
Alte Kfz-Police erst nach Zusage von neuem Anbieter kündigen
Ende November läuft die Kündigungsfrist für Autoversicherungen ab. Bis dahin können Verbraucher den Anbieter wechseln. Doch Vorsicht: Ein voreiliges Auflösen des …
Alte Kfz-Police erst nach Zusage von neuem Anbieter kündigen
Audi stellt dem neuen A8 einen A7 zur Seite
Die Neuauflage des A7 hat Audi unter anderem etwas flacher gezeichnet und ihr eine neue Front verpasst. Mehr Platz für Passagiere und Kofferraum will das viertürige …
Audi stellt dem neuen A8 einen A7 zur Seite

Kommentare