Andere Länder, andere Verkehrssitten

Tipps für die Reise: - Ab ins Auto und los geht's: Die Pfingstferien stehen vor der Tür und tausende Urlauber zieht es wieder in die Ferienorte der Nachbarländer. Lange Blechlawinen inklusive. Damit aus dem Erholungstripp kein Horrortripp wird, hier einige Tipps für die Reise mit dem Auto.

Routen-Planung

Wer sich nicht auf intelligente Navigationssysteme verlassen möchte, sollte sich schon vorab Ausweichstrecken über die Alpen suchen. Die Nadelöhre sind altbekannt, darunter gilt die Tauernautobahn (A10) als wahrer Stau-Klassiker. Dabei gibt es Alternativen, die landschaftlich sehr viel reizvoller sind - etwa die Felbertauernstraße (B108) oder der Radstädter Tauernpass. Eine andere Möglichkeit ist die Autoverladung durch die Tauernschleuse bei St. Johann auf der Bundesstraße 167 - hin und zurück kostet der Shuttle-zug für Pkws und Wohnmobile 28 Euro.

Wer dem größten Rummel auf der Straße entgehen möchte sollte laut ADAC das Wochenende meiden - in jedem Fall aber die Zeit samstags zwischen 9 bis 15 Uhr. "In der Nacht fährt es sich am besten ab vier Uhr in der Früh", meint ADAC-Sprecherin Claudia Kronthaler, "da fährt der Biorhythmus wieder hoch". Um zwei Uhr nachts habe man dagegen einen totalen Tiefpunkt.

Auto-Check

"Eine Panne im Urlaub könnte in vielen Fällen vermieden werden", sagt Karl Pröbstl, Leiter des ADAC-Prüfzentrums, wenn die Sommerfrischler ihr Fahrzeug vor Reiseantritt genauer angeschaut hätten. Wer seinen Wagen dafür nicht extra aus der Hand geben will, kann die wichtigsten Dinge auch selbst überprüfen. Dazu gehörenReifendruck, Profiltiefe, Lichter, Kühlwasser und Ölstand.

Auto-Packen

Ein leidiges Thema, verfügt der Kofferraum doch nur über sehr begrenzte Kapazitäten. Generell gilt: Der Blick nach hinten sollte immer frei sein. Schwere Gegenstände gehören ganz nach unten oder direkt hinter die Sitzlehne. Auch der spitze Sonnenschirmhalter sollte so deponiert werden, dass er bei einem Bremsmanöver nicht als tödliches Geschoss nach vorne fliegt. Die in vielen Ländern vorgeschriebene Warnweste packt man am besten griffbereit ins Handschuhfach.

Sicher sitzen

Kinder, die quer auf der Rückbank liegen, Beifahrer, die die Füße bequem aufs Armaturenbrett stellen - "Das geht gar nicht!", betont ADAC-Sprecherin Claudia Kronthaler. Viel zu groß sei da das Risiko für Verletzungen. Der Gurt muss immer korrekt sitzen. Ein Nackenkissen verhindert, dass der Kopf im Schlaf wegkippt. Im Wohnmobil darf man während der Fahrt nur zugelassene Sitze benutzen - stehen, herumgehen, im Bett liegen oder Ähnliches ist nicht erlaubt.

Die Grüne Karte

Pflicht ist die Grüne Versicherungskarte unter anderem noch in Polen, Rumänien, Tschechien oder Bulgarien. Aber es empfiehlt sich die Karte im Ausland immer dabei zu haben. Sie bescheinigt den Versicherungsschutz, baut Misstrauen ab und enthält alle relevanten Daten für die Unfallbeteiligten.

Unfall-Regeln

Grundsätzlich gelten im Ausland ähnliche Verhaltensregeln wie in Deutschland: Unfallstelle absichern; falls es Verletzte gab, diese versorgen; wenn nötig, Notarzt verständigen. Die Polizei sollte bei Personenschäden oder hohen Sachschäden gerufen werden, in den meisten osteuropäischen Ländern generell. Das Gleiche gilt, wenn sich der Unfallgegner vom Unfallort entfernt hat, sein Fahrzeug nicht versichert ist oder zwischen den Unfallbeteiligten keine Einigung erzielt werden kann.

Notieren sollte man alle wichtigen Daten des Unfallgegners: Namen und Anschrift, amtliches Kennzeichen, Nationalitätszeichen, Haftpflichtversicherungsgesellschaft und Versicherungsscheinnummer. Wichtig zu wissen: In manchen Ländern ist die Kfz-Versicherung nicht oder nur schwer über das amtliche Kennzeichen zu ermitteln. In Italien und Frankreich finden sich Angaben zur Versicherung auf einer Plakette an der Windschutzscheibe.

Der Europäische Unfallbericht - den es in verschiedenen Sprachen gibt - gehört ebenfalls unbedingt ins Auto. Er wird von allen Unfallbeteiligten ausgefüllt und unterschrieben und erleichtert die Unfallaufnahme.

Verkehrssünden

Damit die Ferien nicht noch teurer werden, sollte jeder Urlauber seinen Fahr- und Parkstil den Regeln des jeweiligen Lands anpassen. Die Bußgelder für diverse Verkehrssünden sind teilweise enorm hoch. Besonders das Falschparken. Was in Deutschland mit fünf bis 50 Euro getan ist, geht beispielsweise in Italien erst bei 35 Euro los.

Vignetten-Kauf

Wer auf österreichischen Autobahnen unterwegs ist, braucht eine gültige Vignette. Doch das "Pickerl" bekommt man nicht mehr an allen Ecken, sondern nur noch in Tankstellen und Grenzbüros im Umkreis von 20 Kilometern zur Grenze - oder beim ADAC. 

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