Astra entscheidet über Opel-Schicksal

- Rüsselsheim - Der neue Astra wird entscheidend über das Schicksal der Adam Opel AG bestimmen. Mit dem Golf-Konkurrenten, der ebenfalls auf der Frankfurter Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) präsentiert wird, soll endgültig die Phase hoher Verluste zu Ende gehen. "2004 werden wir eine dicke schwarze Null schreiben", kündigte Opel-Chef Carl-Peter Forster am Montag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) an.

<P>Im Gegensatz zum neuen Golf, dessen Produktion bereits anläuft, müssen potenzielle Opel-Kunden allerdings bis zum kommenden Frühjahr auf die Einführung des Astra warten. "Das ist für uns kein Nachteil", beteuerte Forster. In der Autobranche ist allerdings klar, dass bei dem Duell der beiden umsatzstarken Personenwagen Volkswagen einen beträchtlichen Startvorteil hat.</P><P>Bis zum bevorstehenden Schlagabtausch setzt die deutsche Tochter des amerikanischen Automobilriesen General Motors (GM) auf die Kombi- Variante des neuen Vectra. Der Opel Caravan wird ebenfalls auf der IAA präsentiert und soll bis zu 50 Prozent an dieser Modellreihe erreichen. "Das Produktionsziel liegt für 2003 bei mindestens 10 000 Einheiten", sagte Forster. 2004 sollen von dem Vectra-Kombi in Europa bereits 250 000 bis 290 000 Einheiten verkaufen werden, wobei diese Fahrzeuge außer im Opel-Werk Bochum auch in Großbritannien von den Bändern rollen.</P><P>Die aktuelle Autokonjunktur schätzt Forster etwas vorsichtiger ein als der Branchenverband VDA. "Es war angesichts der Verunsicherung der Käufer noch nie so schwierig eine Prognose abzugeben, wie derzeit." Nach den schlechten Absatzzahlen im August sei völlig offen, ob die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland zum Jahresende wieder das Niveau von 2002 erreichen "oder im schlimmsten Fall fünf Prozent unterschreiten".</P><P>Das 2. Halbjahr werde mit Sicherheit noch eine schwierige Wegstrecke, zumal der westeuropäische Markt ebenfalls Schwächen zeige. Vor diesem Hintergrund ist der Vorstandsvorsitzende froh, zumindest im 1. und 2. Quartal bereits ein positives Betriebsergebnis erreicht zu haben. Diese Aussage lässt den Rückschluss zu, dass im 2. Halbjahr wieder rote Zahlen geschrieben werden. Unter dem Strich dürfte noch einmal ein Verlust im reinen Autogeschäft in dreistelliger Millionenhöhe stehen. 2002 war das operative Minus bereits auf 227 (Vorjahr: 674) Millionen Euro gedrückt worden.</P><P>Forster bezeichnete das Sanierungsprogramm Olympia, dem 2500 Stellen zum Opfer fielen, als "vollen Erfolg". Nach dem Aufwind im 1. Halbjahr müsse intern sogar auf die Euphorie-Bremse getreten werden, damit die Anstrengungen zur Effizienzsteigerung nicht nachließen. "Wir sind erst auf der halben Strecke angekommen." Die Verträge mit dem Betriebsrat über den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2005 und die Gewährung von Sonderzahlungen - für zwischenzeitlichen Einkommensverzicht - sollen allerdings nicht angetastet werden.</P>

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