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Audi RS E-Tron GT im Test: So fährt sich das Avenger-Auto

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Von: Rudolf Bögel

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Audi RS E-Tron GT Front volle Fahrt
Neuer Tiefflieger aus Ingolstadt. Der Audi RS E-Tron GT startet in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 durch. © Daniel Wollstein / Audi

Sieht aus wie ein Audi, fährt wie ein Porsche: Der neue E-Tron GT hat den gleichen Antrieb wie der Taycan. Testfahrt im neuen Elektro-Spaßmobil von Audi.

Im Avengers-Endgame spielte er schon die automobile Hauptrolle. Und jetzt rollt der Audi E-Tron auch bei uns auf die Straßen. Wer hätte das gedacht: Die Karosserie ist genauso gewagt und scharf wie im Marvel-Blockbuster. Von wegen Concept Car. Die trauen sich was in Ingolstadt. Aber das martialische Äußere passt auch zum brachialen Antrieb. Bis zu 664 PS in der Spitzenlast kommen da an den beiden Achsen an. Und wer immer noch meint, dass das Ende der Verbrenner das Ende der automobilen Spaßkultur ist, der dürfte nach einer Fahrt mit dem E-Tron GT von Audi* endgültig eines Besseren belehrt sein.

Audi RS E-Tron GT Heck Hafen Hamburg
Kräftige Schultern, dicke Hinterbacken und trotzdem elegant. Der Audi E-Tron GT hat ein gelungenes Design. © manuel hollenbach / Audi

Audi E-Tron GT: Eine Karosserie – zwei Motorvarianten

Den E-Tron gibt es zum Markstart in zwei unterschiedlichen Leistungsvarianten. Mit 476 und als RS mit 598 Pferdestärken. Im so genannten Overboost-Modus sattelt die Leistungselektronik kurzfristig noch mal ein paar kW drauf – so kommt man beim RS auf die 664 PS. Die Karosserien sind absolut identisch. Äußerlich ist der E-Tron GT ein absoluter Hingucker. Innerlich unterscheidet er sich kaum von den anderen Konzernprodukten. Zwei digitale Displays zählen wir, also Tacho und Drehzahlmesser, dazu kommt die zentrale Infotainment-Einheit. Den sonst üblichen dritten Bildschirm für die Bedienung der Klimaanlage hat man sich gespart und arbeitet jetzt wieder mit einzelnen Schaltern. Das war wohl auch der Wunsch der Kunden. Wenn man sich jetzt auch noch das schwer bedienbare und fitzelige Lautstärke-Rädchen in der Mittelkonsole geklemmt hätte, dann würde das E im E-tron für Ergonomie stehen.

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Audi RS E-Tron GT Innenraum Cockpit
Holz und Stoff - wer will kann sich seinen Audi E-Tron GT im stylishen Retro-Design bestellen. © Daniel Wollstein / Audi

Akku, Motoren, Elektronik – das kommt vom Porsche Taycan

So viel zu den Äußerlichkeiten, die aber bei diesem Audi von entscheidender Bedeutung sind. Denn das zweitwichtigste am Auto nach dem Design, der Antrieb, der kommt direkt aus Zuffenhausen von der Konzernschwester Porsche. Seit über einem Jahr sorgt er im Taycan für Furore sowie für hohe und nicht unbedingt so stark erwartete Stückzahlen. Aber so ist das halt in einer großen Familie, höhnt so mancher Kritiker: Da muss man manchmal auch den Anorak des großen Bruders oder das Kleid der Schwester auftragen, bevor es etwas Neues gibt. Dabei gibt es eigentlich nichts zu spotten, denn letztlich besteht ded Antrieb im Wesentlichen aus Akku, Leistungselektronik und zwei E-Motoren. Im Elektro-Zeitalter sind die Unterschiede nicht mehr so groß. Ganz im Gegensatz zu früher, wo man zwischen einem Zwölfzylinder Benziner und einem viertöpfigen Diesel wählen konnte. Darf es ein Turbolader sein oder lieber ein Sauger? Diese Zeiten sind passé. Schließlich haben auch die Rennwagenlegenden Lamborghini und jüngst auch Ferrari das Ende des Verbrenner-Zeitalters verkündet.

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Audi RS E-Tron GT Heckleuchten Detail
Lässige Lichtsignatur - auch am Heck wirkt der Audi E-Tron GT wie ein Auto von einem anderen Stern. © manuel hollenbach / Audi

Das Fahrwerk macht den großen Unterschied bei Audi RS E-Tron GT

Heutzutage kommt es eher auf die Auslegung des Fahrwerks an, auf den Charakter eines solchen Autos. Wie reagieren die Luftfedern, die Lenkung? Wie wird die Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse verschoben?  Und da merkt man in der Tat einen Unterschied zum Porsche Taycan. Der RS E-Tron GT ist komfortabler ausgerichtet, mehr an eine Limousine angelehnt. Außerdem hat der vordere Motor etwas mehr zu tun als beim Porsche, der traditionell für einen Sportwagen, eher auf die Heck-Power setzt. Das Beschleunigen beim RS ist jedenfalls ein steter Quell der Freude, das Drehmoment von 830 Newtonmetern eine Macht. Wenn man mit der Sporteinstellung ins Rennen geht, muss man schon die Ohren anlegen. 664 Pferde galoppieren da auf einmal los. Was heißt losgaloppieren. Die kommen schon mit voller Geschwindigkeit an und reißen einen mit. Denn die Elektropower steht ja immer sofort und vollumfänglich in Millisekunden zur Verfügung.  

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Audi RS E-Tron GT Frontansicht Detail Scheinwerfer
Und so begrüßt der Audi RS E-Tron GT mit den Frontleuchten seinen Fahrer. © manuel hollenbach / Audi

Audi RS E-Tron GT klingt wie ein Achtzylinder- nur elektronisch

Für zusätzliche Emotionen sorgt ein Griff in die Trickkiste. Andere Hersteller arbeiten mit einem 1-Gang-Getriebe. Porsche hat zwei im Einsatz, natürlich auch der Audi E-Tron. Das sorgt für einen noch besseren Antritt fast wie bei der Launch-Control eines Verbrenners, während der zweite höher übersetzte Gang die Effizienz steigert. So ein Schaltvorgang fühlt sich immer gut an. Kraftvoll - vielleicht nur eine Reminiszenz an die Verbrenner-Welt, aber trotzdem cool. Und noch ein Detail lässt die Herzen der Sportwagen-Fans höherschlagen. Der spezielle Sport-Sound des E-Tron GT ist umwerfend. Natürlich künstlich erzeugt und per Lautsprecher auch nach außen übertragen. Er klingt, als hätten sich die E-Sound-Pioniere von Tangerine Dream oder Kraftwerk über den satten Klang einer Sportauspuffanlage hergemacht und durch die elektronische Mangel gedreht. So gut klingt der Porsche Taycan nicht.

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Audi RS E-Tron GT Strom Zapfsäule
Neun Stunden dauert das Aufladen an eienr 11-kW-Wallbox, am Schnellader geht es in 20 Minuten (bis 80 Prozent). © manuel hollenbach / Audi

Unser Fazit zum Audi RS E-Tron GT kommt von den Avengers

Porsche Taycan kaufen – oder doch Audi RS E-tron fahren. Letzteres ist jedenfalls einen Tick günstiger. Rund 10.000 Euro zahlt man weniger – der Preisunterschied dürfte in diesen Regionen aber nicht die große Rolle spielen. Wer 138.200 für die Basisversion des Audi locker machen kann, der kann sich auch einen Taycan leisten. Letztlich geht es nur um das Image oder um das Design. Zum Thema, ob es wichtig ist was unter der Außenhaut steckt gibt es passenderweise bei den Avengers ein legendäres Zitat. Captain America: „Ein großer Mann in einer Rüstung. Lassen Sie sie weg, was sind Sie dann?“ Iron Man: „Genie, Milliardär, Philanthrop…“.

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Rudolf Bögel *tz ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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