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Redakteur Hans Moritz zusammen abgelichtet mit dem neuen Audi-Flaggschiff.

Neuer Audi A8

Füße massieren lassen? Dieses Premium-Auto kann's 

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Audi schickt sein komplett neues Flaggschiff ins Rennen. Der A8 wird als "schlaustes Auto" gepriesen und ist sportlich wie nie. Wir waren in Barcelona dabei.

Internationaler Autosalon war gestern. Für die Weltpremiere des neuen A8 veranstaltete Audi für 2000 Gäste seine eigene Show, den ersten Audi Summit in Barcelona. Mit dem völlig überarbeiteten Flaggschiff, das im Herbst auf den Markt kommt, und neuen Technologien wollen die Ingolstädter raus aus den rußgeschwärzten Negativ-Schlagzeilen der leidigen Abgasaffäre.

Der A8 könnte das schaffen. Vorgestellt hat ihn Audi-Chef Rupert Stadler höchstpersönlich.

Audi A8: Ein rollendes Netzwerk

Die Zeiten, in denen die Motorwelt bei einem neuen Modell vor allem wissen wollte, wie viel Rumms unter der Haube ist, sind vorbei. Das Auto der Zukunft ist ein rollendes Netzwerk, das dem Fahrer möglichst viel abnimmt. "Audi AI" ("Artificial Intelligence") heißt das neue Schlagwort der Ingolstädter – dahinter verbirgt sich pilotiertes, sprich teilautonomes Fahren. Der A8 hat eine Menge davon.

Neu ist der Stau-Pilot, der den A8 bis zu Tempo 60 ohne Hilfe des Fahrers durch die Stadt oder Blechlawine steuert. Löst sich der Stau auf, bekommt der Fahrer den Hinweis, das Lenkrad wieder selbst in die Hand zu nehmen. Auch das Einparken selbst in enge Lücken oder in die Garage nimmt einem der A8 ab. Der Wagen wird per App gesteuert. Zum Einsatz kommen Laserscanner und Ultraschall. Beim teilautonomen Fahren macht sich Audi zudem die Schwarmintelligenz zu nutzen. Daten, die andere Fahrzeuge "aufsammeln", etwa Gefahrenstellen, werden umgehend weitergegeben.

Mild-Hybrid mit zwei Motoren zum Start

Der neue A8 verfügt serienmäßig über ein 48-Volt-Netz, er ist damit ein sogenannter Mild-Hybrid. Das elektrische Bordnetz boostet die Motoren. Zur Premiere gibt es zwei Maschinen – einen Diesel mit 286 PS und einen Benziner mit 340 PS, jeweils Sechszylinder. Folgen sollen zwei Achtzylinder mit 435 PS (Diesel) und 460 PS (Benzin). Für 2018 ist eine Elektro-Version geplant – mit 449 PS und einer rein elektrischen Reichweite von 50 Kilometern. Zum Laden bedarf es dann nicht mal mehr eines Kabels, das geht induktiv. Ebenfalls 2018 will Audi mit dem A8 W12, einem Zwölfzylinder-Benziner mit 585 PS, nachlegen. Der S8 soll sogar 600 Rösser unter die Haube bekommen.

Das selbstaufladende Stromnetz wird für eine weitere Neuerung gebraucht: das neue Fahrwerk, bei dem ein elektromechanisches Feder-/Dämpfersystem jedes Rad einzeln ansteuert. Eine Kamera scannt die Fahrbahn und gibt die Daten binnen Sekundenbruchteilen ans Fahrwerk weiter. Das soll den Fahrkomfort beträchtlich erhöhen.

Neues Audi-Flaggschiff: Sportlich und schlau

In der Fachpresse wird der neue A8 als das derzeit "schlaueste Auto" gepriesen. Zudem kommt sie als sportlichste Limousine der Spitzenklasse  mit serienmäßigem Allrad ("Quattro") daher. Der neue A8 hat ein Fließheck wie die derzeit sehr populären Coupés, Shooting Brakes und Sportbacks. Aber keine Sorgen: Kopffreiheit ist auch hinten ausreichend vorhanden. Der A8 ist einen Zentimeter höher, wirkt aber flacher. Das abfallende Dach mündet ins Heck, der Kofferraum wirkt kurz, reicht aber tief ins Wageninnere. Ein buchstäblicher Hingucker ist die durchgehende Rückleuchte, die von Blinker zu Blinker reicht. Letztere wurden wieder als Audi-typische Lauflichtbänder ausgebildet.

Die Front mit dem erneut größer gewordenen Lufteinlass mit den markanten Chrom-Querstreben kommt mächtig daher, die Frontscheinwerfer sind flach eingeschnitten. Die lange Motorhaube streckt die 5,17 Meter lange, muskulöse Karosserie. Dieser Charakter wird sowohl von den 21-Zoll-Rädern als auch den hervorgehobenen Radkästen unterstrichen.

Digitalstrategie: Kaum noch Tasten und Schalter

Im Inneren setzt sich die Digitalstrategie fort. In der Mittelkonsole befinden sich zwei übereinander angelegte Touchscreens mit 10,1 und 8,6 Zoll, auch die Cockpit-Anzeige mit den Rundinstrumenten ist digital. Im neuen A8 sind folglich kaum noch Tasten und Schalter zu finden. Die Screens reagieren nach wie vor auf Wunsch haptisch und akustisch. Die Bordtechnik verbindet sich mit den Smartphones der Insassen und spielt sämtliche Features der Handys ein.

Nicht digital, dennoch ein Genuss: Dass die Sitze mit reichlich Beinfreiheit kühl- und beheizbar sind, darf man in der Premium-Klasse erwarten. Künftig kann man sich im Fond sogar die Füße massieren lassen. Der Fitmacher steckt im Beifahrersitz.

Fazit

Der neue A8 ist der sportlichste, den es je gab. Damit hebt er sich vom 7er BMW und von der S-Klasse ab. Er vereinigt alles, was derzeit an Assistenzsystemen auf dem Markt ist. Gelungen ist der Versuch, selbst das Funktional-Notwendige attraktiv zu gestalten. Das hat seinen Preis: Mit 90.600 Euro aufwärts ist der neue A8 der bislang teuerste.

Ebenfalls interessant: Ein A8 befindet sich auch unter den Dienstwagen der mächtigsten Staatschefs. Und: So aufwändig präsentierte Audi den A8 bereits vorab in Los Angeles

Hans Moritz

So sieht der neue Audi A8 aus

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