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Audi-Chef setzt auf weiteres Rekordjahr

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- Detroit/Ingolstadt - Die VW-Tochter Audi peilt 2003 trotz noch anhaltender Konjunkturflaute das achte Rekordjahr in Folge an. "Ich gehe davon aus, dass wir die Zahl von 2002 wiederholen werden", sagte der Audi-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn am Rande der US-Automesse in Detroit in einem dpa-Gespräch. Im vergangenen Jahr hatte das Ingolstädter Unternehmen weltweit 741 700 Autos oder 2,1 Prozent mehr als 2001 verkauft.

"Wir setzen auf Impulse durch A8, S4 und A3, so dass wir in Deutschland wohl besser abschneiden werden als im vergangenen Jahr." Winterkorn schränkte jedoch ein, dass Prognosen wegen der unsicheren Ölpreisentwicklung und einem möglichen Irak-Krieg schwierig seien.

Für den 2002 in Deutschland um 4,4 Prozent abgesackten Audi-Absatz machte Winterkorn die Politik mit verantwortlich. "Wir sind doch sehr davon überrascht worden, dass es im vierten Quartal und insbesondere in den beiden letzten Monaten des Jahres schlechter gelaufen ist. Das hatte natürlich was mit der Diskussion um die Steuerpolitik zu tun." Insgesamt sei "der Einfluss der Politik auf unser Ergebnis, auf unseren Absatz definitiv größer geworden". Von der höheren Besteuerung von Dienstwagen sei bei Audi ein Absatz von rund 80 000 Fahrzeugen betroffen. "Ich habe immer mehr den Eindruck, dass Politikern nicht mehr bewusst ist, wie viele Arbeitsplätze von der deutschen Automobilindustrie abhängen."

Auf das nur schwer genau kalkulierbaren Produktionsvolumen reagiert Audi laut Winterkorn mit immer größerer Flexibilität. So seien jetzt zwischen 12 bis 18 Schichten möglich, außerdem werde künftig nach dem so genannten Drehscheibenkonzept gearbeitet, das es bei VW schon mit den Werken Mosel und Emden bei der Passat-Produktion gibt. "Mosel kann sowohl Passat als auch Golf bauen und produziert je nach Bedarf eines der beiden Modelle. Wir wollen das bei Audi mit dem A4 und A6 übernehmen. Am Standort Neckarsulm wird künftig flexibel je nach Nachfrage der A4 oder der A6 gebaut werden können."

Winterkorn ließ offen, ob die in Detroit gezeigte Modellstudie Pikes Peak, eine Mischung aus sportlichem Geländewagen und Multifunktionsauto, auch gebaut wird. "Das hängt von den Reaktionen ab. Aber ganz klar würde uns dieses Auto so gut stehen wie der Touareg VW. Wenn wir uns entscheiden, wird es zwischen 30 und 36 Monaten bis zum Produktionsstart dauern." Der Audi-Chef unterstrich das Ziel, den Absatz am US-Markt in fünf bis sechs Jahren zu verdoppeln. "Das ist ehrgeizig, aber machbar, wenn wir das mit neuen Produkten angehen und einem ausgebauten Händlernetz, und zwar von jetzt knapp 70 auf 150 im Jahr 2004."

 

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