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Hände weg: tz-Reporter Andreas Thieme (links) steuert den VW, ohne das Lenkrad zu berühren. Fahrzeug-Ingenieur Thorsten Lüttel überwacht per Tastatur die Software

Bremse nur für den Notfall

Hier testet die tz das Auto der Zukunft

München - Die tz hat mit einem Ingenieur eine Fahrt im Auto der Zukunft unternommen - und muss dabei erstaunlich wenig tun. Die Bremse ist nur noch für den Notfall gedacht.

„Unten in der Mitte ist die Bremse“, sagt Thorsten Lüttel (32). „Bitte nur im Notfall nutzen.“ Es sind die letzten Anweisungen, bevor wir losfahren – mit dem Auto der Zukunft, das die Münchner Bundeswehr-Uni seit sechs Jahren entwickelt. Dann rollen wir los – und ich muss nichts tun. Gas? Lenkrad? Schaltung? Brauche ich nicht. „Das macht das Auto selbstständig“, sagt der Ingenieur. Er ist Spezialist für autonome Fahrzeugsysteme wie Fahrerassistenz und Abstandsradar. Er erklärt mir die Superkarre.

Über uns, auf dem Dach: ein beweglicher Laserscanner. „Der Sensor sieht bis zu 100 Meter weit, dreht sich zehn Mal pro Sekunde und macht dabei 1,3 Millionen Bilder.“ 64 Strahlen sondieren die Umgebung und melden dem 24 Prozessoren starken Bordcomputer im Kofferraum mögliche Hinternisse und die Geschwindigkeit. Wahnsinn: Auf drei Bildschirmen im Auto kann man die Wegstrecke vor uns digital anschauen. Die Fahrt: ruckelig. Lüttel überwacht mich per Tastatur. Doch das ist nicht alles. Der Wagen hat auch einen eingebauten Gleichgewichtssinn: Er verbindet Navi, GPS und Auto-Statik. So bleiben wir in der Spur. Nächstes Highlight: der Konvoi-Modus. Wir folgen einem Golf, fahren die identische Strecke in kurzem Abstand – und zwar vollautomatisch. „Die Technik nennt sich V-Tracking.“ Und wann fahren unsere Autos selbstständig? „In zehn bis 20 Jahren“, so Lüttel.

thi

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