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Sieben von zehn Autofahrern tanken statt des neuen Bio-Sprits E10 weiter Super oder Super Plus.

Autofahrer meiden Bio-Sprit E10

Boykott oder Unkenntnis? Sieben von zehn Autofahrern tanken statt des neuen Bio-Sprits E10 weiter Super oder Super Plus. Die Mineralölwirtschaftsverband spricht von einer „erschreckenden Bilanz“.

Bio-Sprit E10 Verträglichkeitsliste

Hier als PDF Verträglichkeitsliste nach Herstellern bei der DAT (Deutsche Automobiltreuhand)

Schließlich seien 90 Prozent aller Fahrzeuge in Deutschland für die E10-Betankung geeignet. Doch nur wenige Verbraucher greifen nach der Zapfsäule mit dem Klimaschutz- Sprit. Durch dieses „falsche Tankverhalten“ würden Autofahrer Geld zum Fenster rauswerfen, erklärt Klaus Picard, Hauptgeschäftsführer des Verbands. Schließlich koste das neu eingeführte E10-Benzin deutlich weniger als Super oder Super Plus – der Unterschied liegt je nach Anbieter zwischen fünf und acht Cent. Bis zu vier Euro könne man sich durch E10 bei jeder Füllung sparen, rechnet Picard vor.

Lesen Sie mehr dazu:

Bio im Sprit: Was ist E10? Was Sie wissen müssen

Das neue E10: Die häufigsten Fragen und Antworten

Allerdings ist die neue Spritsorte umstritten. Eine Umfrage des Automobilclubs ADAC hatte kürzlich ergeben, dass knapp 80 Prozent der Fahrer sehr genau wissen, ob ihr Auto E10 verträgt oder nicht. Doch 70 Prozent der Befragten antworteten auf die Frage, ob sie E10 tanken wollen mit „Nein“. Das klingt mehr nach Boykott als nach Unkenntnis.

Die Hauptargumente der E10-Kritiker: Der höhere Alkoholanteil im Sprit hat zur Folge, dass Autofahrer öfter an die Zapfsäule müssen. Experten schätzen den Mehrverbrauch durch E10 auf zwei bis drei Prozent. Unklar ist auch, wie sich das neue Benzin im Dauereinsatz auf die Motoren auswirkt. Darüber hinaus wird der Alkohol Ethanol aus essbaren Pflanzen gewonnen. Das ruft ebenfalls Kritiker auf den Plan, die vor einer Verteuerung von Lebensmitteln und einer vermehrten Rodung für Ackerflächen warnen.

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

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Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) forderte von der Mineralölwirtschaft nun die Senkung der hohen Preise für herkömmlichen Sprit. Tankstellen müssten demnach Super E5 bis zu acht Cent billiger anbieten als Super Plus, sagte er. Allerdings hatten die Hersteller bereits angekündigt, Super in den kommenden Wochen komplett vom Markt zu nehmen – dann gibt es nur noch E10 oder Super Plus.

mm

 

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