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Hände weg vom Steuer! Autonomes Fahren soll in Zukunft den Straßenverkehr sicherer machen.

Autonomes Fahren

Und wer haftet, wenn’s kracht?

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Heißt es bald: Hände weg im Straßenverkehr? Die Bundesregierung will Autofahrer und die technischen Systeme für autonomes Fahren rechtlich auf Augenhöhe ansiedeln.

Das Kabinett verabschiedete gestern einen entsprechenden Gesetzentwurf. „Wir stellen Fahrer und Computer rechtlich gleich“, erklärte Minister Alexander Dobrindt (CSU). „Das heißt: automatisierte Systeme dürfen die Fahraufgabe komplett übernehmen.“

Mit der Neuregelung soll es Autofahrern ermöglicht werden, „während der hochautomatisierten Fahrt die Hände vom Lenker“ zu nehmen, erklärte Dobrindt. Anstatt sich auf den Verkehr zu konzentrieren, könnte der Mensch hinterm Steuer dann z. B. im Internet surfen oder seine E-Mails abrufen. Klingt bis hierher alles gut. Einen Haken gibt es aber: Denn der Fahrer muss das Steuer wieder übernehmen, wenn „die Voraussetzungen für eine bestimmungsgemäße Verwendung der hoch- oder vollautomatisierten Fahrfunktionen nicht mehr vorliegen“.

Konkret: Der Fahrer hat immer noch eine Überwachungsaufgabe. E-Mails lesen? Bleibt unmöglich.

Der Fahrer bleibt verantwortlich

„Der Fahrer wird nicht aus der Verantwortung entlassen“, erklärt Rechtsanwalt Dr. Thomas Grünvogel auf Anfrage. Abgesehen von einer aktiven Warnung durch das System werde sich darüber streiten lassen, was der Fahrer alles überwachen müsse, was er im Hinblick auf eine Fehlfunktion des automatisierten Systems erkennen könne und insbesondere wie viel Zeit vergehen dürfe, bis er die Steuerung wieder übernommen hat.

Dahingehend wird auch die Frage der Haftung noch groß diskutiert werden. Der aktuelle Entwurf nimmt den Halter oder Fahrer des Autos in die Pflicht und nicht den Hersteller. Es ist also ein System, das dem Kunden Entspannung beim Fahren verspricht, ihn aber gleichzeitig nicht aus der Verantwortung nimmt. 

Marion Jungbluth vom Bundesverband der Verbraucherzentralen hat dazu eine klare Meinung: „Da ist es stressfreier, gleich selbst zu fahren.“ Verbraucherschützer fordern, dass der Hersteller für Unfälle haftbar gemacht werden soll, sofern der Autopilot einen Unfall verursacht.

Blackbox soll Fahrdaten aufzeichnen

Um jene Schuldfrage nachvollziehen zu können, soll eine Blackbox eingebaut werden, die Fahrzeugdaten aufzeichnet. Neben der Diskussion um die Haftung wetzen daher auch Datenschützer deutschlandweit ihre Messer. 

Selbstfahrende Autos: Viele Fragen sind noch offen

Das Thema Autonomes Fahren wirft viele Fragen auf und stößt noch auf große Vorbehalte. Darf ich betrunken im Auto sitzen?  Die tz hat mit einem Experten über Vision und Wirklichkeit gesprochen.

Experten befürchten aber auch, dass die autonome Technik nun eine neue Gefahrenquelle schafft: Ablenkung durch Sex im Auto

Wie sollte sich das autonome Auto im Notfall verhalten? Was würden Sie tun, wenn die Bremsen versagen? Ein Online-Spiel namens „Moral Machine“ zeigt das moralische Dilemma auf. Erfahren Sie hier mehr dazu.

Bei der Sache? Die Sünden hinterm Steuer

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