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Johannes Welte im Alters-Simulations-Anzug mit 20 Kilo Gewicht und versteiften Gelenken.

tz-Reporter testet im Spezialanzug

Alterserfahrung: So kommen Senioren im Auto zurecht

München - Der tz-Reporter testet mit einem Spezialanzug, wie es sich anfühlt, im Alter Auto zu fahren. Sehvermögen, Beweglichkeit und Konzentration nehmen mit den Jahren ab - wie wirkt sich das aus?

Autos im ADAC-Senioren-Check (VERGRÖßERUNG)

Plötzlich alt! Der medizinische Fortschritt macht‘s möglich: Die Menschen werden immer älter und erfreuen sich oft noch lange nach der Pensionierung bester Gesundheit. Und doch schleichen sich mit zunehmenden Alter die Probleme ein: Sehvermögen und Gehör lassen nach, die Gelenkigkeit schwindet. tz-Reporter Johannes Welte (47) testete beim ADAC in München mit einem 20 Kilo schweren Spezialanzug, wie sich ein um 30 Jahre älterer Autofahrer fühlen muss. Die Alterserfahrung, im wahrsten Sinn des Wortes. Dabei konnte er vergleichen, wie er mit einem Seat Mii-Kleinwagen und einer Seat Alhambra-Großraumlimousine zurechtkommt (siehe unten). Bei einem ADAC-Test schnitt übrigens das Schwestermodell des Seat Alhambra, der VW Sharan, in puncto Seniorenfreundlichkeit am besten ab (Tabelle). Trotz aller Fortschritte mahnt ADAC-Sprecher Christian Behr: „Jeder Autofahrer sollte ehrlich mit sich selbst sein: Bin ich noch fit für den Straßenvekehr? Reichen Sehvermögen, Beweglichkeit und Konzentration noch aus?“ Behr empfiehlt den FahrFitnessCheck des ADAC Südbayern für 49 Euro, Infos unter Telefon 089/5195 – 165.

Das Einsteigen:

Gewichte lasten in Klettverbänden an meinen Armen, Beinen und am Bauch und schränken die Beweglichkeit der Gelenke ein. Ich muss mich bücken, um in den niedrigen Seat Mii hinabzuklettern. Hat man ein Bein drinnen, zieht man mühsam das zweite nach und darf sich nach der Tür recken, um sie schließen zu können. Da tut man sich beim großen Bruder, dem Seat Alhambra, mit dem hohen Einstieg schon viel einfacher, doch die Türe ist hier noch weiter weg.

Die Plätze in der zweiten Reihe:

Auch die Mitreisenden sind bei Senioren meistens schon etwas älter. Die haben es beim kleinen Seat Mii schon verdammt schwer. Mühsam gehe ich in die schweren Knie, um ein Bein nach den anderen in der tiefen Grube vor der Mii-Rückbank zu versenken – und dort dann schier im Polster zu versinken. Die offene Tür ist dabei noch halb im Weg. Auch das Aussteigen ist eine Qual. Beim Alhambra öffnet sich eine bequeme Schiebetür, die zu einer hohen Bank führt.

Die Rundumsicht:

Eine Halskrause sorgt dafür, dass ich den Kopf nur mit viel Mühe drehen kann. Und dann trage ich noch dieses Korsett. nur mit Geduld kann ich einen Blick über die Schulter nach hinten werfen. Dafür habe ich wegen der Skibrille ein enges Sichtfeld, da sorgen die Schießscharten des Mii nicht gerade für Rundumsicht. Immer noch besser als in vielen SUVs, beruhigt mich der ADAC. Der Seat Alhambra hat hingegen Panoramafenster.

Der Kofferraum:

Wer mit dem Seat Mii unterwegs ist, braucht einen Kofferträger: Zum einen ist die Kofferraumkante so hoch, dass man das Gepäck mit viel Kraft drüberwuchten muss. Und dann ist dann noch diese lästige, hakelige Abdeckung, die hochgeklappt werden will. Und klein ist die Klappe sowieso. Da lobe ich mir den riesigen Kofferraumschlund des Alhambra, der fast bis an den Boden reicht.

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