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Die Straßen in der EU sollen leiser werden.

Industriefreundlicher Entwurf

Autos in der EU sollen leiser werden

Straßburg - In den Ballungszentren Europas ist etwa die Hälfte der Bevölkerung Verkehrslärm von mehr als 55 Dezibel ausgesetzt. Ständiger Lärm macht nervös und macht langfristig krank. Deshalb sollen Autos leiser werden.

Autos in der Europäischen Union sollen nach dem Willen des EU-Parlaments in Zukunft leiser werden. Das Straßburger Parlament hat am Mittwoch für eine stufenweise Reduzierung des Lärmpegels von Personenwagen, leichten Nutzfahrzeugen und Lastkraftwagen gestimmt. Die neuen Grenzwerte sollen frühestens ab 2019 gelten. Außerdem ist geplant, dass Hybrid- und Elektrofahrzeuge mit zusätzlichen Geräuschen ausgerüstet werden sollen, um Fußgänger zu warnen. Die Abstimmung ist jedoch noch nicht endgültig. Über die Details des Gesetzesvorschlags muss noch mit den EU-Staaten verhandelt werden.

Für Mittelklassewagen soll dann ein Grenzwert von 68 Dezibel im Vergleich zu 74 Dezibel gegenwärtig gelten. Für Sportwagen, beispielsweise für Porsche-Modelle, ist als Grenzwert 74 Dezibel vorgesehen. Zum Vergleich: ein Rasenmäher erreicht etwa 70 Dezibel. Bei etwa 80 Dezibel kann man sich nur laut schreiend unterhalten und eine dauerhafte Belastung auf diesem Niveau führt auf Dauer zu Gehörschäden.

Im Parlament hat sich mit einer knappen Mehrheit der für die Automobilindustrie freundliche Entwurf des Berichterstatters Miroslav Ouzky durchgesetzt. Der Umweltausschuss hatte für Sportwagen 71 Dezibel gefordert. Ouzky war im Vorfeld der Debatte unangenehm aufgefallen, weil er sich bei seinem Bericht auf eine Vorlage von Porsche gestützt hatte.

Die Grünen kritisierten, dass der Vorschlag der Kommission, der bereits wenig ehrgeizig war, noch weiter abgeschwächt wurde. Das Ergebnis der Abstimmung sei ein Erfolg für die Hersteller lauter Autos, aber mit Sicherheit eine Niederlage für die öffentliche Gesundheit, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im EU-Parlament, Michael Cramer. Die Vorsitzende der Grünen Rebecca Harms sagte, „Eine Mitte-Rechts-Mehrheit hat den Forderungen der Krawallmacher der Autolobby nachgegeben.“

dpa

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