Mit der Basis ran an den Speck

- Visionäre Studien, glamouröse Luxuslimousinen und spektakuläre Sportwagen stehen bei jeder Automesse im Mittelpunkt. Doch ihren Umsatz machen die Hersteller in der Regel nicht in den teuren und exotischen Nischen, sondern mit ihren Brot- und Butter- Autos in den Volumensegmenten.

Das gilt bei uns vor allem für die Golf-Klasse. Kein Wunder also, dass auf dem Pariser Automobilsalon (noch bis zum 15. Oktober) viele Hersteller Neuheiten für die Kompaktklasse präsentieren. Vor allem Außenseiter und Neueinsteiger begeistern heute mit ihren Entwürfen. Dazu gehört zum Beispiel Volvo. Der neue C30 soll künftig die Modellpalette nach unten abrunden.

Den schwedischen Bruder des Ford Focus gibt es nur als sportlichen Zweitürer mit vier Sitzen, der mit einem steilen Heck und einer großen Glasklappe stilistische Anleihen am legendären "Schneewittchensarg" nimmt. Der C30 ist gut 20 cm kürzer als der bisher kleinste Volvo S40 und wird ab 18 600 Euro angeboten. Während Volvo in diesem Segment ganz neu ist, plant in Italien Lancia ein Comeback in der Kompaktklasse. Eine Vorstellung von einem möglichen Serienmodell ermöglicht die vor wenigen Wochen erstmals enthüllte Studie Delta HPE mit vier Türen und steilem Heck. Während die aber noch keine endgültige Produktionsfreigabe hat, bereitet Konzernmutter Fiat definitiv den Modellwechsel in der Golf-Klasse vor und legt letzte Hand an den Nachfolger des Stilo.

Der soll wie der Vorvorgänger wieder Bravo heißen und Ende des Jahres auf der Motorshow in Bologna präsentiert werden. Einen neuen Anlauf in der Golf-Klasse nimmt auch Nissan, wo in diesem Herbst der Qashqai den Almera beerbt. Das neue Modell rückt optisch in die Nähe eines Geländewagens und will sich mit erhöhter Sitzposition und neuem Design vom konventionellen Steilheck abheben. Auf Wunsch soll es den Wagen auch mit Allradantrieb geben. Die Preise beginnen bei rund 19 000 Euro.

Ebenfalls noch heuer will Kia den C'eed auf den Markt bringen. Zunächst soll es den in Europa entworfenen und gebauten Kompakten der Koreaner ausschließlich als Fünftürer geben. In Paris steht jedoch bereits ein seriennaher Kombi für die zweite Hälfte 2007. Die gezeigte Studie eines sportlichen Dreitürers soll ebenfalls in Serie gehen. Preise für den C'eed gibt es noch nicht. Immerhin hat Kia aber bereits die Garantieleistungen bekannt gegeben: Mit einer Laufzeit von sieben Jahren oder 150 000 Kilometern übertreffen diese die Werte der Konkurrenten deutlich. Mit einem neuen Modell im Format des C'eed wird auch Hyundai im Jahr 2007 antreten.

Einen ersten Ausblick auf das Fahrzeug stellt in Paris die Studie Arnejs dar. Angeboten werden soll zunächst ein Fünftürer, später sind auch ein Kombi und erstmals ein Cabrio-Coupé angedacht. Die wohl wichtigste Kompaktklasse- Neuheit des Salons steht aber auf dem Toyota- Stand. Dort feiern die Japaner die Premiere des 4,23 m langen Auris, der 2007 den Corolla beerben soll und zunächst als Dreiund Fünftürer starten wird.

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