+
Waschtag: Zur regelmäßigen Autopflege gehört die Autowäsche - doch was tun, wenn Autobesitzer nach dem Walzenwalzer Schäden entdecken? Foto: Christin Klose

Quittung aufheben

Bei Schäden nach der Waschanlage Fotos machen

Regelmäßige Fahrten durch die Waschanlage gehören für viele Autofahrer zur problemlosen Autopflege dazu. Doch was ist zu tun, wenn sie nach dem Waschgang Schäden am frisch geputzten Auto finden?

Berlin (dpa/tmn) - Eine Waschanlage soll das Auto pflegen und seinen Wert erhalten. Doch was machen Autobesitzer, wenn sie nach der Fahrt durch die Walzenbürsten kein gewienertes Auto, sondern abgebrochene Teile oder zerkratzten Lack vorfinden?

"Dann sofort das Personal der Waschstraße auf die Schäden hinweisen", rät Rechtsanwalt Gregor Samimi vom Deutschen Anwaltverein (DAV) "und die Schäden mit dem Handy fotografieren." Auf dem Bild sollten auch die Mitarbeiter der Anlage zu sehen sein, die sich den Schaden ansehen. Auch die Adressen von Zeugen können hilfreich sein, erklärt der Rechtsanwalt.

Im Idealfall bestätigt der Betreiber den Schaden. "Es kommt aber in der Regel nicht vor, dass sie irgendeine Schuld einräumen und sie verweisen häufig auf ihre Versicherung", sagt Samimi. Die fordert dann in der Regel Fotos und zumindest einen Kostenvoranschlag, wenn sie den Schaden anerkennt. "Wenn sie bezweifelt, dass der Schaden durch die Anlage entstanden ist, bleibt oft nur der Klageweg und ein Sachverständiger ist nötig." Das ist auch der Fall, wenn der Betreiber von vornherein ausschließt, dass seine Anlage den Schaden verursacht hat.

Aber wer ist überhaupt der Betreiber? Bei einer Tankstelle kann das beispielsweise der Pächter sein, es muss aber nicht so sein. "Daher ist es so enorm wichtig, die Quittung für die Wäsche aufzubewahren, da steht der Betreiber drauf", sagt Samimi.

Die Beweislast und damit die Frage, wer den Sachverständigen beauftragen muss, hängt von der Art der Waschanlage ab. Bei Anlagen, die das Auto mit dem Kunden durch die Walzen ziehen, liegt die in der Regel beim Kunden. "Denn der könnte ja dann auch selbst zum Schaden beitragen, etwa durch Bremsen", sagt Samimi. Bei Anlagen, in denen ein Kunde das Auto abstellt und die dann komplett selbsttätig waschen, ist es in der Regel andersherum: Der Betreiber muss dem Kunden etwa ein Fehlverhalten nachweisen.

Natürlich müssen Autofahrer vor der Wäsche die Sicherungs- und Warnhinweise beachten, die häufig in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anlagen stehen. Etwa der Hinweis, die Antenne einzuschieben oder abzunehmen, teilt der ADAC mit. Der Betreiber kann allerdings verpflichtet sein, etwa bei diebstahlgesicherten Antennen, die nicht einzieh- oder demontierbar sind, Kunden vom Gebrauch der Waschanlage abzuraten.

In einem aktuellen Fall hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden, dass Betreiber von automatischen Waschstraßen grundsätzlich nicht für Fehler ihrer Kunden haften - zumindest dann, wenn die Anlage technisch einwandfrei war und Kunden Bedienungshinweise erhielten.

In dem Fall ging es um einen Auffahrunfall in einer automatischen Waschstraße in Wuppertal. Ein Autofahrer wollte von dem Betreiber der Anlage gut 1200 Euro Schadenersatz. Sein Auto war beschädigt worden, weil der Fahrer vor ihm auf dem Schleppband plötzlich auf die Bremse trat. Zwei Autos wurden aufgeschoben (Az. VII ZR 251/17). Der BGH hob ein Urteil des Landgerichts Wuppertal auf und wies es zur Neuverhandlung zurück. Dieses Gericht muss nun prüfen, ob in der Wuppertaler Waschstraße Kunden ausreichend informiert wurden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unglaublich! Auto parkt falsch - doch statt es abschleppen zu lassen, bauen Arbeiter eine Straße drumherum
Das nennt man wohl „Arbeit mit Herz“: Ein falsch geparktes Auto in Köln wurde nicht abgeschleppt - sondern einfach die Straße drumherum gebaut.
Unglaublich! Auto parkt falsch - doch statt es abschleppen zu lassen, bauen Arbeiter eine Straße drumherum
Polizei jagt Tesla über elf Kilometer - als Beamten ihn stoppen, sind sie geschockt
Erst nach sieben Minuten können die Beamten das Elektro-Auto stoppen. Am Steuer saß ein lokaler Regierungsbeamter.
Polizei jagt Tesla über elf Kilometer - als Beamten ihn stoppen, sind sie geschockt
Elf Millionen Euro für ein Nummernschild - Mann lehnt irres Angebot ab
2008 kaufte der Mann das seltene Kennzeichen für 490.000 Euro. Aber das ist nicht das einzige besondere Nummernschild in seiner Sammlung.
Elf Millionen Euro für ein Nummernschild - Mann lehnt irres Angebot ab
Viele Software-Updates für Diesel-Autos stehen noch aus
Sie sollen ein zentrales Mittel sein, um die Luft in deutschen Städten schnell sauberer zu bekommen - doch bei den lange zugesagten Updates für Diesel-Autos läuft der …
Viele Software-Updates für Diesel-Autos stehen noch aus

Kommentare