Billigstautos: Sind sie die Zukunft?

München - Das Rennen um das billigste Auto der Welt läuftschon auf vollen Touren. Nur: Die deutschenKunden haben davon nichts - diese Autos sindden boomenden Märkten in Schwellenländernvorbehalten. Hierzulande liegen die Neuwagenpreisederweil auf Rekordniveau.

Nachdem Tata seine nur 1700 Euro teure Version eines Kleinstwagens in Indien vorgestellt hat, kündigt nun auch Hyundai ein Fahrzeug im untersten Preissegment an, das in Schwellenländern angeboten werden soll. Das soll ebenfalls in Indien innerhalb der nächsten vier Jahre auf den Markt kommen.

Auch der indische Hersteller Bajaj hat bereits den Prototypen eines Billigstautos vorgestellt. Der schmal geschnittene Fünftürer Hamara wurde auf dem Subkontinent entwickelt, einige Teile werden vom Kooperationspartner Renault Nissan zugekauft. Der Preis des in zwei Jahren erwarteten Serienfahrzeugs soll bei rund 2000 Euro liegen. Ford, Fiat und Toyota wollen ebenfalls eigene Ultra-Billig-Modelle für Schwellenländer auf den Markt bringen. Und das Joint-Venture-Unternehmen Maruti-Suzuki hat gleichfalls einen Pkw für rund 2000 Euro angekündigt.

Viele Kunden fragen sich jetzt: Verschlafen die Europäer, vor allem die Deutschen, wieder einen Trend? Denn Volkswagen plant schon mal kein Fahrzeug in diesem Billigst- Segment.

Die Wolfsburger wollen stattdessen mit einer neuen Cityflitzer-Familie punkten, die in Europa Ende des Jahrzehnts mit moderner Technik zu vergleichsweise günstigen Preisen ab 9000 Euro auf den Markt kommen wird. Für Schwellenländer ist eine abgespeckte Version für rund 7000 Euro geplant. Aber auch die PSA mit Peugeot und Citroen sowie General Motors haben ähnliche Pläne und halten sich bislang bei den Billigstmodellen zurück.

Eine neue Studie gibt dieser Strategie recht. Billigautos könnten nämlich das Image der westlichen Marken als Hersteller qualitativ hochwertiger und technologisch führender Automobile ernsthaft gefährden, warnt jetzt eine Untersuchung des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA). Denn die vor allem für den indischen Markt produzierten Billigstautos liegen bei Fahrleistungen, Sicherheit und Komfort deutlich unter dem Niveau der westlichen Modelle. Sie dienen so nach IFA-Einschätzung lediglich als Einstieg in die Massenmotorisierung der Schwellenländer.

Wer sich zurückerinnert: Auch in Deutschland konnten nach dem Kriegsende winzige Autos wie die BMW Isetta oder das Goggomobil nur kurzfristig Erfolge feiern, bis der aufkommende Wohlstand größere und leistungsfähiger Autos gefragter machte. Dies war dann die große Chance für den Käfer von Volkswagen.

Preiswertestes Auto auf dem deutschen Markt bleibt also auf absehbare Zeit der Dacia Logan. Die mit Renault-Technik ausgestatteten Mittelklassefahrzeuge der rumänischen Marke stehenderzeit zu Preisen ab knapp 8000 Euro beim Händler. Der durchschnittliche Neuwagenpreis aber lag bei uns 2007 bei stolzen 24 953 Euro.

osw.

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