Biospritbranche kritisiert E10-Aufschlag scharf

Berlin - Die Biospritbranche sieht keinen Grund für erhöhte Spritpreise wegen der E10-Absatzflaute. Die Biokraftstoffquote könne auch anderweitig erreicht werden.

Lesen Sie dazu auch:

Autofahrer sollen für Bio-Sprit-Flop zahlen

“In den vergangenen Jahren hat die Mineralölindustrie problemlos die Quote erfüllt“, sagte der Sprecher des Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), Frank Brühning am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Trotz der Absatzschwäche bei Super Benzin mit zehn Prozent Ethanol könne die Biokraftstoffquote von 6,25 Prozent im laufenden Jahr auch anderweitig, etwa mit mehr verkauftem Biodiesel erreicht werden.

BP hatte angekündigt, dass man die Quote wohl 2011 nicht erfüllen könne und Strafzahlungen von 300 bis 400 Millionen an die Kunden über den Spritpreis weitergereicht werden könnten. Brühning betonte, die Branche sichere sich ab, indem sie die befürchteten Strafzahlungen von vornherein in den Preis einbeziehe. Aber erst nach dem ersten Quartal 2012 werde sich herausstellen, ob die Quoten erfüllt wurden.

Die wichtigsten Infos zum E10-Benzin

Bio-Sprit E10: Die wichtigsten Infos

“Wer hofft, dass dann die Preise an den Tankstellen sinken, wenn die Mineralöler die Quote im Jahr 2011 erreicht haben und die Strafzahlungen nicht fällig werden, der irrt gewaltig: Die Strafzahlungen sind als eine Art Versicherung im Preis enthalten“, sagte der VDB-Vertreter. Allerdings werde diese Versicherung dann nicht an den Verbraucher ausgeschüttet, sondern als zusätzlicher Gewinn an die Mineralölunternehmen gehen. “Der Verbraucher sollte also wissen, wer die Preise für den Kraftstoff bestimmt - dies ist nicht die Biokraftstoffindustrie und nicht die Politik, es ist die Mineralölwirtschaft, die sich hier als Opfer stilisieren möchte.“

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

Die Ölbranche muss 6,25 Prozent des verkauften Kraftstoffes - gemessen am Energiegehalt - aus pflanzlicher Produktion gewinnen, sonst drohen hohe Strafen. E10 enthält bis zu 10 Prozent Ethanol, der aus Getreide und Rüben gewonnen wird. Der Sprit sollte zu Jahresbeginn flächendeckend eingeführt werden. Wegen mangelnder Akzeptanz durch die Autofahrer hatte die Mineralölwirtschaft die Einführung jedoch auf halbem Wege gestoppt.

Gründe für die Zurückhaltung sind Zweifel am ökologischen Nutzen, die Sorge um eine mögliche Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion sowie Verträglichkeitssorgen. Zudem lässt sich mit einer Füllung E10 etwas weniger Strecke zurücklegen als mit dem alten Super. Daher wird weiterhin viel Super mit fünf Prozent Ethanol getankt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Neue Mercedes G-Klasse: Mehr Platz und mehr Luxus
Neues Lenkrad, mehr Platz und gewohntes Infotainment: Auf der Grundlage der G-Klasse hat Mercedes eine neue Modellreihe entwickelt, die vor allem durch größeres Komfort …
Neue Mercedes G-Klasse: Mehr Platz und mehr Luxus
Neuer Subaru XV startet bei 22 980 Euro
Automobilhersteller Subaru bringt die zweite Generation seines XV-Modells. Dieses enthält zwei Motoren. Doch das ist nicht die einzige Neuerung: Auch die Ausstattung ist …
Neuer Subaru XV startet bei 22 980 Euro
Neue Renault Alpine startet im Frühjahr
Renaults legendärer Sportwagen Alpine kehrt im Frühjahr zurück. Allerdings ist er schon jetzt vergriffen. Fans müssen bis zur nächsten Auslieferung warten. Der Zeitpunkt …
Neue Renault Alpine startet im Frühjahr
Verblüffend: Wie Sie an der Ampel schneller voran kommen
An der Ampel kleben Autofahrer oft Stoßstange an Stoßstange, um bei Grün möglich zügig vorwärts zu kommen. Doch handelt es sich bei der Annahme um einen Irrtum?
Verblüffend: Wie Sie an der Ampel schneller voran kommen

Kommentare