A bisserl was von allem

Wolfsburg - Das Erspüren neuer Marktentwicklungen gehört eher nicht zu den Stärken von Ford. Den seit mehreren Jahren unübersehbaren und unvermindert anhaltenden Trend zum SUV hat das Unternehmen mindestens genauso verschlafen wie Volkswagen. Nun sind die Wolfsburger aber immerhin seit vergangenem Herbst mit dem Tiguan höchst erfolgreich in der SUV-Klasse unterwegs.

Wobei die langen Lieferfristen für den Tiguan nun möglicherweise manch gefrusteten VW-Interessenten in die Schauräume der Ford-Händler treiben könnten. Was sie dort finden, dürfte ihnen gefallen. Denn der neue Kuga - den Ford lieber als "Allrad- Crossover" statt als SUV bezeichnet - gehört sicherlich zu den ansehnlicheren Vertretern der Spezies: Große Scheinwerfer, der trapezförmige untere Lufteinlass, Kanten und Knicke in der Seitenansicht und zur Mitte spitz zulaufende Rückleuchten verleihen dem hochbeinigen Fünftürer einen dynamischen und kraftvollen Auftritt. Im Innenraum zeigen die Kölner bei Materialauswahl und Verarbeitungsqualität jene Präzision, die schon an anderen jüngeren Ford-Modellen zu beobachten ist. Die Instrumentierung ist übersichtlich und sachlich, die Bedienung unkompliziert.

Bei 4,44 m Länge, 2,69 m Radstand und 1,68 m Höhe bietet der Kuga vier erwachsenen Reisenden bequeme Platzverhältnisse auf Klassenstandard, ein fünfter Passagier dürfte sich auf dem mittleren Sitz im Fond auf Dauer etwas beengt fühlen. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60 zu 40 umlegen; aus dem 360 l fassenden Kofferraum - ein Wert auf Golf-Niveau - wird so ein Gepäckabteil mit bis zu 1355 l Fassungsvermögen. Unter dem Ladeboden findet sich ein weiteres Staufach mit 50 l Volumen, das die Alltagsqualitäten des SUV verbessert - ebenso wie die zweigeteilte und weit nach oben öffnende Heckklappe. Einziger Antrieb für den Kuga ist ein 2,0-l-Diesel mit 136 PS, 320 Nm und einem Norm-Verbrauch von 6,4 l. In der Basisversion gibt der Vierzylinder seine Kraft an die Vorderräder weiter, in der 2000 Euro teureren Allradversion übernimmt eine Haldex-Kupplung vollautomatisch und ohne Eingreifmöglichkeit des Fahrers die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse.

Offroad-Ambitionen weist Ford von sich: Kaum ein Kunde wolle sich tatsächlich ins Gelände wagen, im Lastenheft der Entwickler standen daher agile Fahreigenschaften auf der Straße. Immerhin 70 Prozent der Kuga- Käufer, so tippt Marketing-Chef Jürgen Stackmann, werden sich dennoch für den Allradantrieb entscheiden. Anderen Motoren räumt Ford beim Kunden wenig Chancen ein. Zur Jahreswende will man dennoch den 2,5-l-Turbobenziner aus dem Focus ST nachlegen.

Neben der Wahl zwischen Front- und Allradantrieb bleibt dem Kunden nur die Entscheidung zwischen den Ausstattungen "Trend" und "Titanium". Das Sicherheitsniveau erfüllt mit ESP, Überrollschutz, Anhängerstabilisierung und sechs Airbags die gängigen Standards. Optional erhältlich ist unter anderem eine Rückfahrkamera.

Der Kuga startet am 7. Juni mit Front- oder Allradantrieb ab 26 500 Euro auf den deutschen Markt. Rund 6500 Einheiten des in Saarlouis produzierten Kuga will Ford in diesem Jahr bei uns noch absetzen, im nächsten Jahr rechnet man mit 12 000 bis 15 000 Neuzulassungen.

osw.

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